Teil eines Werkes 
2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
Entstehung
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Das Angebot abhängig von dem Umfang der Produktivkräfte,

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natürlich neben ihrer jeweiligen Größe das Entscheidende immer bleibt, in welchemTempo und Umfang sie durch den Verbrauch gemindert, durch die Ncuprodnktionwieder ergänzt werden. Wir stellen uns so das Angebot der Gegenwart am bestenunter dem Bilde zahlreicher kleiner Rinnsale vor, die in gewissen breiteren Thälernsich in Becken und Reservoire sammeln, von da aus, wieder durch die Handelskanäle ver-teilt, der weiteren Verarbeitung und zuletzt dem Verbrauch zugeführt werden. DieKräfte, die bei diesem Prozesse spielen, sind 1. die Anziehungskraft des Verbrauchs,d. h. die Nachfrage; 2. die Produktionskraft der Produzenten und 3. die Art undSchnelligkeit, mit welcher in dem immer länger werdenden Kanalsystem die Bewegungder Güter vor sich geht. Arbeitet die erste und zweite dieser Kräfte ganz gleich stark,so ist die Bewegung eine normale; die Reservoire erhalten sich in gleicher Füllung,das Wasser in gleichmäßiger Bewegung; steigt die Nachfrage, so wird die Bewegungbeschleunigt, die Füllung der Reservoire sinkt, es fragt sich, wie schnell die Produktions-kraft folgen kann. Steigt umgekehrt die Produktion , ohne daß die Nachfrage ganzgleichzeitig und im selben Maße zunimmt, so überfüllen sich die Reservoire. DieStockung beginnt. Die Hauptfrage nun ist, wie lange in solchen Fällen der Weg vomAnfang bis zum Ende ist, und ob er in wenigen'Wochen oder erst in Jahren sich zurück-legen läßt. Gewisse Warenangebote kann man in wenigen Wochen, viele erst nach einemJahre, manche erst nach vielen Jahren in ihrer Größe und in ihrer Art ändern,weil erst nach Jahren neue Kulturen oder Anlagen fertige Produkte liefern, Kapitalund Arbeit in andere Bahnen übergeführt werden können.

Gehen wir nun von den vorhin schon klassifizierten Produktionskräften aus, diedas Angebot bestimmen, so ist klar, daß zwar der jeweilige Stand der Nachfrage siestets beeinflußt und gestaltet, daß sie aber an sich als Land-, Natur-, Menschen-kräfte, Kapital, Technik, sociale und Betriebsorganisation von viel weiter zurückgehenden,allgemeinen großen Ursachen der Natur und der Geschichte in jedem Lande bestimmtsind, von der jeweiligen Nachfrage nur in beschränktem Maße geändert, teils nurlangsam beeinflußt, teils gar nicht modifiziert werden können. Wir werden bei nähererPrüfung der Produktivkräfte vor allem sagen: daß jeweilig ein erheblicher, bei alterKultur vielleicht der größere Teil derselben in beschränktem Maße vorhanden sei. Inunbeschränkter Menge ist überhaupt nichts aus der Erde vorhanden; aber gewisseGüter die sogenannten freien trifft der Mensch, zumal wo seine Zahl eine geringe ist,in solcher Menge, daß sie ihm gegenüber seinem Bedarfe immer als unbegrenzt erscheinen,wie das Trinkwasser, das Holz im Urwald. Alles übrige ist in beschränkten Mengenvorhanden; und eben weil es so ist, und sich ein jeder für die Zukunft sichernwollte, ist das Eigentum in Anknüpfung an den Wert, an die relative Seltenheitentstanden. Die gesamten Ursachen der Eigentumsverteilung und die jeweilige Gestaltungderselben werden so zugleich zu mittelbaren Ursachen des Angebots; doch haben wirdabei nicht zu verweilen, denn jede Art ihrer Gestaltung spiegelt das wieder, was wirhier im Auge haben, den beschränkten Umsang des Bodens, der Erz- und Kohlenlager,der Wasser- und Naturkräftc. Und diese Beschränktheit wird sofort zur kümmerlichenEnge, wenn wir die besten Böden, die reichsten Erzlager, die für den Verkehr bevor-zugten Plätze ins Auge fassen. Daran ändert auch aller Fortschritt der Kultur principiellnichts. Er kann freilich durch bessere Technik den fruchtbaren Boden verdoppeln und ver-zehnfachen, selbst dem ärmsten Erträge abgewinnen, durch ein Wegenetz die Zahl dergünstigen Lagen und Plätze vermehren; aber all' das doch wieder nur in beschränktemMaße, wie wir oben bei Erörterung der Geschichte der Technik schon sahen. Und wennunterdessen die Menschenzähl noch mehr zugenommen hat, welche auf dieselbe Flächeangewiesen ist, so bleibt die Relation die alte; nur wenn Kunst, Technik und socialeOrganisation jeweilig rascher gewachsen sind, ist die Beschränktheit nicht verschwunden,aber zurückgedrängt, die Versorgung erleichtert.

Neben Boden- und Naturschätzen erscheinen nun die anderen Produktivkräfte alsdie elastischeren: die Arbeitskräfte und die Kenntnisse, die Technik und die socialeOrganisation, die Kapitalien können jedenfalls in stärkerer Proportion zunehmen,

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