Ausgleich von Produktionskosten und Marktwert. Der Geldwert.
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teuer geworden sei infolge hoher Gutspreise, — das beweist nur, daß die Werte derGebrauchs- und der Produktionsgüter stets in gegenseitiger Abhängigkeit von einanderstehen, daß jede Wertbildung auf altere sie bestimmende Ursachen zurückgehe. Das erstealler Wertgefühle und Werturteile zu fassen, wie es überscharfsinnigc Wertlheoretikerversuchen, ist so unmöglich, wie den Beginn der Welt- oder Staats- oder Menschen-schöpfung klar zu legen. Wir müssen uns mit der Erkenntnis begnügen, daß aus dieDauer die Produktionskosten das Angebot und damit den Wert von der einen Seiteher regulieren, während er von der andern durch die Nachfrage und ihre Ursachenbestimmt wird.
182. Der Geldwert. Angebot undNachfrage nach Edelmetall undGeld. Wir haben schon in der Gcldlchre gesehen, daß alle klaren und deutlichenwirtschaftlichen Wertvorstellungen erst mit und durch das Geld entstanden sind; soweitwir bisher den Marktwert erörterten, war die Voraussetzung, daß er in Geld aus-gedrückt, sei und gemessen werde. Das Geld ist der relativ beste Wertmesser; alleunsere Überlegungen in Bezug auf den Wert gehen heute von der für kurze Zeiträumeund nahe Entfernungen im ganzen wahren Annahme aus, daß das Geld stabil undgleichmäßig in seinem Wert sei. Die Werte der Waren denken wir uns als dasWechselnde, den des Geldes als das Feste.
Aber diese Annahme hat nur beschränkte und relative Wahrheit; nicht bloß sub-jektiv hat die Mark in der Börse des Armen einen höhern Wert als in der desReichen; auch objektiv gegenüber den gesamten Warenwerten in ihrem Durchschnitt,gegenüber dem Mittel aller subjektiven Wertschätzungen hat das Geld einen zeitlich undörtlich wechselnden Wert; nicht bloß sofern es gutes oder schlechtes Geld ist, wovonwir hier nicht reden, wir setzen gute Münze, ein geordnetes Geldwesen voraus, sondernauch sofern das Geld aus Edelmetall besteht, dieses Edelmetall je nach Angebot undNachfrage, nach seinen Produktionskosten und nach seiner Verwendung da und dorteinen verschiedenen Wert haben kann. Und dieser möglicherweise wechselnde Wcrt desGeldes muß sich in der Gesamtheit der Preise ausdrücken; hoher Geldwert ist gleich-bedeutend mit niedrigen Geldpreisen, niedriger Geldwert mit hohen Geldpreisen; wowenig Geld vorhanden ist, da wird auch für jedes einzelne Gut wenig bezahlt werden,alles ist billig; wo viel Geld ist, da giebt man in jeder Transaktion auch viel, allesist teuer. Daher der bekannte Satz: alle Geldpreise können zugleich fallen oder steigen;alle Werte können niemals ebenso eine gemeinsame Bewegung zeigen; das Steigeneines Wertes bedeutet so viel wie das Fallen der anderen; das allgemeine Steigen oderFallen der Geldpreise ist identisch mit der umgekehrten Bewegung des Geldwertes.
Da nun aber zugleich alle einzelnen Güter je ihre selbständige Warenwerts-bewcgung haben und alle zugleich in ihrem Geldpreis vom Geldwert abhängen, soentsteht daraus ein sehr komplizierter Zusammenhang. Wir kennen nur die gezahltenGeldpreise, wir können nur einen Teil derselben statistisch erfassen, örtlich und zeitlichvergleichen. Bei jeder Änderung sragen wir: liegt die Ursache in einer Waren- oderin einer Geldwertsänderung; auch soweit wir größere Durchschnitte von Preisen ver-schiedener Waren und ihren Wechsel berechnen können, bleibt die Frage meist offen,ob mehr Waren- oder Geldwertsänderungen die Ursache seien. Immerhin befreit unsdiese praktische Schwierigkeit der Erfassung nicht von der Pflicht, uns über den Tausch-wert des Geldes, seine Ursachen und Veränderungen möglichst klar zu werden.
Der Tauschwert des Geldes, seine Kaufbefähigung gegenüber anderen Gütern undLeistungen behauptet auf jedem Markte eine herkömmliche in der Gesamtheit der Preisesich ausdrückende Höhe; alle einzelnen Preise haben an sich eine gewisse Tendenz, sichzu behaupten; alle von demselben Geldwerte beherrschten Preise bedingen sich und alleAbsatzverhältnisse gegenseitig; jede Änderung einzelner Preise verschiebt ihr Verhältniszu allen anderen und verletzt so zahlreiche Interessen. Jede Änderung des Geldwerteswird ausgehen von einer Änderung in Angebot oder Nachfrage des Geldes oder desEdelmetalls. Sie wird, wie wir das oben von allen Änderungen des Angebots und der