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Die deutschen Effektenbauken.
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Man hat diese Banken bald als Gründungs- und Spekulutionsbanken, bald alsDepositen- und Diskontobanken bezeichnet, früher auch Industrie- oder Kredit-, neuer-dings Effektenbanken genannt. Ihre Benennung ist deswegen schwierig, weil ihreEigentümlichkeit eben darin besteht, daß sie in ihrer Mehrzahl das gewöhnliche Bank-geschäft (Depositen-, Diskonto-, Lombard-, Kontokorrentgeschäst ohne Notenausgabe) ver-binden mit dem Gründungs-, Effekten-, Anlchengeschäft und der Spekulation, die andiese letzteren Zweige sich anschließt. Manche haben besonders 1853—1873 sich sastausschließlich aus diese gewagte, spekulative Thätigkeit geworfen: soder Lröäit modilisrin Paris , die Darmstädter Bank in ihren Ansängen, später auch noch manche andereder großen Pariser , Berliner, Wiener, Brüsseler Banken. Aber schon weil nur in denvorübergehenden Haussejahren diese Geschäfte die Arbeitskräste und das Kapital be-schäftigen, sahen sich doch alle diese Banken immer wieder genötigt, das solide Kundcn-geschäft daneben zu treiben; und man wird sagen können, je mehr sie es thaten, jegrößer ihr solider Kundenkreis wurde, je mehr sie Filialen dasür errichteten, desto festerund angesehener wurde ihre Stellung, desto größer konnte auch ihr Gründungs-,Effekten-, Spekulationsgeschäft werden, desto segensreicher wirkten sie auf Förderung undBelebung der Industrie. Aber natürlich liegen in der Verbindung dieser zwei ver-schiedenen Zweige des Kreditgeschäftes gewisse Gefahren; sie müssen nur durch Statutenund Geschäftsführung, durch die Höhe der den einzelnen Zweigen zugewandten Mittel,durch die richtige Aneinanderpassung der Aktiva und Passiva möglichst in den Hinter-grund geschoben oder ganz beseitigt werden. Das Verhältnis der kürzer fälligen Ver-bindlichkeiten zu den rasch realisierbaren Mitteln ist auch hier das Entscheidende.
Jede Effektenbank muß möglichst ein großes eigenes Kapital, eine große Reservehaben, die beide ihr nie entzogen werden können; sie darf gar keine Noten ausgebenund darf ebensowenig zu viel kurzsichtige Accepte auf sich laufen haben; die Zahl derDepositen, die ihr täglich abverlangt werden können, darf nicht zu groß sein; sie nehmenbesser daneben auch einmonatlich, halbjährlich kündbare; ihre Lombard- und Report-anlagen werden größer sein dürfen als bei der Notenbank, aber die Anlage in gutenWechseln ist auch sür sie das Sicherere; ein großer Posten Aktien und Effekten u. s. w.liegt im Wesen der Effektenbank. Ich füge die Hauptposten der Jahresausweise desdeutschen Ökonomist für die deutfchen Effektenbanken nach drei Jahren bei.
188318911900
188318911900
Aktiva in Millionen Mark.
Zahl der
Wecblel Lombards Effekten-, Hypotheken-,
Diverse
Banken
He
einschl. Reports Konsortialbeteilignngcn
Debitoren
71
100
463 223 247
886
96
206
793 306 347
1366
118
321
1693 697 741
3602
Passiva in Millionen Mark
Zahl derBanken
71
96118
Aktienkapital Reserve Kreditoren Depositen Accepte
70610631969
90191
394
4988962130
260385997
3466031294
Dividendenabsolut °/o49 6,9964 6,11140 7.18
Nach diesen Zahlen sind weder die Lombarddarlehen, noch die Effekten gegenüber demeigenen Kapital und der jiasse anormal hoch; die Depositen sind durch die Kasse überoder zu Vs, durch Kasse und Wechsel überreich gedeckt; immer aber ist aus diesenZahlen die Lage und Liquidität nicht klar zu ersehen, da man nichts Näheres über dieKreditoren und Debitoren, über die Art der Effekten erfährt, auch aus diesen Zahlennicht ermessen kann, welche Gefahren das starke Anwachsen der Accepte in sich schließt.Der Vorwurf, daß die Effektenbanken das Depositengeschäst nicht gehörig entwickelten,erscheint nicht gerechtfertigt; sie haben ihre Depositen 1890—1899 um 244°/», dieenglischen Jointstockbanken nur um 161 °/o gesteigert (Adols Weber).