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Die verschiedenen Organe des Arbeitsnachweises-
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ihrer Vereine sind, zwingen, Arbeiter nur mit ihrer Genehmigung anzunehmen. Dieseviel zu weit gehende Tendenz hat nicht verfehlt, die Mißstimmung und den Haß beiden Arbeitern weiter zn steigern. — Eine allzu große Verbreitung haben übrigens inDeutschland und auf dem Kontinent überhaupt weder die Arbeiter-, noch die Unter-nehmernachweise; in Deutschland sind es nur wenige Industrien, hauptsächlich dieMetallindustrie und wenige Orte, wie Hamburg , wo die Arbeitgebernachweise sestenFuß gefaßt haben. Vom gewerkschaftlichen Arbeiternachweis meint wenigstens Wiese,er habe nur Mill. Arbeiter hinter sich.
Die teilweise schon viel länger bestehenden Vereinsnachweise, die von der Armen-Verwaltung, gemeinnützigen Vereinen, von kirchlicher Seite u. s. w. angeregt und be-gründet wurden, haben im einzelnen viel Gutes gewirkt, haben auch keine ganz geringeThätigkeit da und dort; so haben z. B. allein 457 Herbergen zur Heimat 1900 125 789Stellen besetzt. In München haben charitative Vereine im letzten Jahre 5567, Arbeiter-und Unternehmernachweise 10 534 Stellen vermittelt. Besonders für bestimmte ArtenStellensuchender, Frauen und junge Mädchen, entlassene Gefangene, Verarmte, entlasseneSoldaten sind sie notwendig und heilsam. Für die große Menge der gewöhnlichen ge-lernten und ungelernten Arbeiter sind sie aber nicht das geeignete Organ. Sie stehenisoliert, werden von Arbeitern und Unternehmern leicht mit Mißtrauen angesehen; esfehlen ihnen oft die rechten Leiter und die nötigen Mittel.
Und daher neuerdings die allgemeine Losung: systematische Organisation desArbeitsnachweises durch kommunale Ämter oder Vereine mit kommunalen Zuschüssenund Zusammenfassung derselben zu provinziellen und centralen Organen, sowie pari-tätische Mitwirkung der zwei beteiligten socialen Klassen. Das wird heute in Eng-land und Frankreich, in Österreich und Deutschland, auch in den Vereinigten Staaten er-strebt, — als Erlösung von der gewerbsmäßigen, wie von der parteiischen Arbeits-vermittelung, als großes System, dem sich mancherlei specielle berufliche und gemein-nützige Nachweife einfügen und angliedern können. So jung diese Bewegung ist, sorasche Fortschritte hat sie gemacht, so schnell ist ihr gelungen, auch schon einen Teil derwiderstrebenden Unternehmer und Arbeiter zu sich herüber zu ziehen. Nur durch einesolche Organisation wird endlich für den Arbeitsmarkt erreicht, was der Waren-, derEffekten- und andere Märkte längst erzielt haben, ein öffentliches Bewußtsein der Größen-verhältnisse von Angebot und Nachfrage und eine Möglichkeit richtigen Ausgleiches der-selben aus dem Boden der ganzen nationalen Volkswirtschaft. Und nur öffentliche oderhalböffentliche Organe sind dazu fähig, weil sie allein ganz unparteiische und ganz zu-verlässige Vermittler sind, sich zu centraler Organisation leicht zusammenfasfen, eineeinheitliche Statistik herstellen können, weil sie allein Gemeinde- und Staatszufchüsfe er-halten und so den Dienst umsonst oder halb umsonst für die mittel- und stellenlosenArbeiter besorgen können, was im Gesamtinteresse, schon zur Verminderung der Arbeits-losigkeit, der Armenkosten, des Polizeiaufwandes wünschenswert ist. Das Geschäft undder Klassenkampf hat auf diesem Gebiete versagt; die öffentlich-rechtliche Organisationwird sich bewähren.
Aus Vereinsnachweisen (Stuttgart 1865, Berlin 1883) gingen die kommunalenoder kommunalunterstützten deutschcnArbeitsämter von 1894 anhervor; die unparteiischeLeitung wurde durch Heranziehung des Gewerbegerichts erreicht, das zuerst in Stutt-gart die Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Vorstandes ernannte; ihnen wurde ein un-parteiischer Vorsitzer und das nötige Hülfspersonal beigegebcn. Zunächst waren dieNachweise hauptsächlich für ungelernte, männliche Arbeiter thätig; bald kamen be-sondere Abteilungen für Frauen und gelernte Arbeiter hinzu, oder gliederten sich be-sondere paritätische Facharbeitsnachweisc an. Am frühesten gelang in Württemberg, Bayern und Baden die Verbindung der Arbeitsnachweise unter einander und mit den Behördender größeren Orte, so daß der interlokale Ausgleich durch schriftliche Stellenmitteilung,durch Telephon, Telegraph, Eisenbahn , deren Benutzung durch die Regierungen erleichtertwurde, in kürzester Zeit möglich war. Ähnliche Verbände kamen im Rhein-Maingebiet ,in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Liegnitz zu stände- Ein allgemeiner Ver-