Teil eines Werkes 
2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
Entstehung
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Die deutsche Einkommensverteilung im Jahre 1895.

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Einkommensbetrag findet eine Bestätigung in der Berechnung von May über die Lohn-klassen der Invalidenversicherung von 1896:

°/v der Gesamtzahl

Erste Lohnklasse........2,46 Mill. -- 21,46 i>, 300 Mk. --- 738,3 Mill. Jahreseinkommen.

Zweite ........4,29 ---37,46 ,, 600 --- 2148.0

Dritte ........2,45 ---21,38 720 --- 1765,5

Vierte ........1.71 ) -.^n >, 1W0 ---/1710.0 .,

Knappschasts- u. Eisenbahnarbeitc r 0,55 j^^'^ 1000 550.0 __

11,46 Mill. 100,00 6911,8 Mill. Jahreseinkommen.

Dieselbe Rechnung hat May auch für 1900 aufgemacht, sie zeigt zugleich dieLohnsteigerung seither; sie hat folgendes Resultat:

°/o der Gesamtzahl

Erste Lohnklasse......2,26 Mill. 17,78 s. 300 Mk. ------ 678,0 Mill. Jahreseinkommen.

Zweite........4,11 ---32.34,, 500 ., ---2055,0 .,

Dritte ........3,09 ----- 24,31 720 --- 2224,8

Vierte ......2,04 -----16,05 1000 --- 2142,0

Fünfte .,...... 1.21 ., --- 9,52 1400 ---- 1694,0 _

12,71 Mill. 100,00 8793,8 Mill. Jahreseinkommen.

Wenn 1896 11,46 Millionen Personen fast 7 , 1900 12,7 fast 9 Mill. Lohn-einkommen hatten, so sind für 15,2 Millionen Personen 1895 8,58 Milliarden eherzu niedrig als zu hoch.

Über die wirtschaftliche Natur des Lohneinkommens haben wir oben gesprochen.Wir sahen, daß das Lohneinkommen sür eine Minderheit unsicher ist, für die Mehrheitaber doch eine leidlich gesicherte Existenz bietet, so lange Gesundheit und Kraft vorhält.Es kommen für die Betreffenden dazu: die Armenunterstützung, die Versicherungsrenten,die Rente aus eigenem Besitz, eigener Haus- und Landwirtschaft. Die Armenkassenzahlen jährlich heute Wohl 150200 Millionen, die Versicherungskassen 360 Millionen,später Wohl 700800 Millionen an die Arbeiter; ^4 Milliarde aus eigenem Ver-mögensbesitz wird hinzukommen, wovon wir unten noch sprechen.

d) An höheren Beamten des Staates und der Gemeinden, an Vertretern derliberalen Berufe zählte man 1895 0,357 Millionen, an Unterbeamten 0,181 Millionen,an Beamten der privaten Unternehmungen 0,621 Millionen, zusammen 1,16 Millionen.Alle diese Personen leben überwiegend von einem Arbeitseinkommen, obwohl natürlichdie obere Hälfte derselben viel erheblichere Vermögensrenten bezieht als die Lohnarbeiter.Wir sehen davon hier zunächst ab.

Wir haben oben schon von der Verwandtschaft und dem Unterschied des Beamten-und des Arbeitsverhältnisses gesprochen (S. 278279), auch einige Gehaltsskalen(S. 299) angeführt. Die wirtschaftliche Grundlage von Lohn und Gehalt ist dieselbe:der standesgemäße Unterhalt soll gewährt werden. Aber das Gehalt knüpft sich an einemeist sichere Laufbahn, es steigt mit der Erlangung höherer Ämter, mit dem Dienstalter,hat in viel früherer Zeit als der Lohn die Zusätze der Alters-, der Witwenpensionenu. s. w. erreicht. Angebot und Nachfrage, die Kosten einer kürzeren oder längerenVorbereitung haben auch auf die Gehälter, Gehaltsabstufungen, Beamtenklassen ihrenEinfluß, aber doch nicht so, wie auf den Lohn. Andere politische, psychologische,moralische Ursachen mischen sich hier stärker ein: gewisse Ämter gelten als nicht zu ver-gütende Pflicht jedes Staatsbürgers oder als Ehrenämter der Besitzenden; manche werdenhalb mit Ehren, halb mit Geld bezahlt. Die Abstufungen der Gehälter, wie sie vonden niedrigsten, dem gewöhnlichen Taglohn gleichstehenden Beträgen, mit 600800 Mk.,bis zu den höheren 10 fachen und den höchsten 2040 fachen hinaufreichen, sind mehrdurch Tradition, Standes- und Gerechtigkeitsgefühl als durch Angebot und Nachfragebestimmt. Das zeigt sich recht deutlich, wenn wir in der katholischen Kirche die hohenStellen sehr hoch, die niedrigen sehr schlecht dotiert sehen; wenn in der protestantischen