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Schwankungen bei zunehmender örtlicher Arbeitsteilung.
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dem wechselnden Glück im diplomatischen Spiel der Verträge, der Annexionen, derKolonieerwerbungen bald übermäßige Hoffnungen, bald große Enttäuschungen. Demgrößten Ausschwung des Exportes folgte Stillstand oder Rückgang für Jahre. Wirführen als Beispiel nur einige Schwankungen aus dem englisch -amerikanischen Handelan. Der großbritannische Export nach den Vereinigten Staaten nahm 1332 —1836von 5,4 aus 12,4 Mill. F zu, sank dann wieder 1837 aus 4,7 Mill.; er war 1857auf 19 Mill. gestiegen; sank 1858 auf 14 Mill.; er war 1864 16,7 Mill., 136628,5 Mill., 1870 28,3 Mill., 1872 40,7 Mill., 1878 aber wieder nur 14,6 Mill.;das sind ungeheure Wechsel innerhalb weniger Jahre: 1872 etwa 800 Mill. Mk.,1378 292 Mill. Mk.! Es ist leicht verständlich, wie man deshalb eine Ursache sürsGanze nehmend, die modernen Krisen durch die Ausbildung des Weltmarktes erklärenkonnte (Brentano).
Neben die früher eigentlich allein vorhandene Jndustriewareukonkurrenz stellte sichdie agrarische Konkurrenz und revolutionierte alle bisherigen Absatzverhältnisse. Diereichen Ackerbaustaaten der extensiven Kultur dehnten aufs rascheste ihren Ackerbau undihre Viehzucht aus, wurden dabei reich, aber häufig war ihre Vorwärtsbewegung soüberstürzt, daß große Rückschläge im Export kommen mußten. In den alten europäischenStaaten mit hohen Bodenpreisen und erheblicher Verschuldung entstand mit dem Sinkender Rohproduktenpreise ein großer chronischer Notstand. Die Weizen- und Roggenpreise,1847 — 1870 ---- 100 gesetzt, standen 1396 in Hamburg auf 53 — 54. Die TonneWeizen kostete in England 1800—1370 239 Mk., 1385 145 Mk., 1896 123 Mk.
Und noch find wir mitten in den ungeheueren Peripetien dieses Umschwunges be-griffen; einzelne Länder produzieren heute die Hälfte und mehr sürs Ausland; noch istnicht sicher, wie weit die anderen auf dieser Bahn ihnen folgen müssen. Noch findnirgends auch nur entfernt die Grenzen erreicht, die einen Abschluß der Bewegungandeuten; die Weltwirtschaft ist heute ein halb fertiges Gebäude, über das niemandnoch einen ganz klaren Überblick hat. Nirgends können die Absatzverhältnisse alsdauernd gesicherte betrachtet werden. Und dieser Umschwung vollzog sich im Zusammen-hang mit einer Revolution der Technik, des Verkehrs, der gesamten volkswirtschaftlichenEinrichtungen ohnegleichen. Es fragte sich sür jedes Kulturland, wie rasch es dieÄnderungen nach dem Stand seiner persönlichen und Kapitalkräfte vollziehen könne, wierasch es sie durchführen müsse, um nicht hinter den anderen Staaten zurückzubleiben.Und war man einige Jahre durch innere Unruhen, kriegerische Ereignisse, Erntewechseloder Ähnliches im Fortschritt gehemmt, so schien es nötig, nach Verscheuchung derdrohenden Wolken um so rascher voranzueilen, und es war dann immer sraglich, obman das Tempo richtig treffe. So hat sich England 1844—1847 in seinem Eisenbahn-bau überstürzt, ganz Europa 1850 —1857 im Export von Jndustriewaren nach denGoldländern, 1867—1875 Deutschland, Österreich und andere Staaten im Eiseubahn-bau, in der Ausdehnung der Kohlenproduktion und der Eisenindustrie, in der Gründungvon Aktiengesellschaften. Die Absatzstockungen von 1847, 1857 und 1873—1875 sindwenigstens teilweise dadurch hervorgerufen worden. Über die letztere seien nur ein paarZahlen angeführt. Man hatte Kilometer Eisenbahnen gebaut in
Ein großer Teil der Schwindelperiode von 1871—1873 und der Depression von1875—79 wäre zu vermeiden gewesen, wenn es möglich gewesen wäre, diesen Eisenbahn-bau gleichmäßig auf die zehn Jahre 1868 — 1877 zu verteilen. Der deutsche Eisen-bahnbau hatte sich in den sieben Jahren 1868 —1875 vervierfacht; das bedeutete eineRevolution im ganzen Eisengewerbe, die Neueinstellung von Tausenden von Arbeitern,
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