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Die Schwierigkeit der BedarfZschätzung auf Jahre hinaus
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Industrie arbeitet mit ihren alten Maschinen fort, wenn der Absatz mäßig ist. Ganzanders, wenn der Fortschritt einsetzt, der Absatz ein flotter wird. Jetzt Hänsen sich dieNeubauten, die Anlagen von Fabriken u. s. w. Hat man dann aber in günstiger ZeitHäuser, Fabriken, Chausseen, Eisenbahnen in großer Zahl gebaut, so ist in der Regelfür Jahre der Bedarf gedeckt. Erst nach längerer Zeit wieder sind die alten Maschinen,Häuser, Bahnen eines Ersatzes, einer neuen Ausdehnung bedürftig. Die innere Nach-frage nach diesen Produktionsmitteln, noch 'mehr die entsprechende Nachfrage für denExport nach den weniger entwickelten Staaten hat ihrer Natur nach etwas Inter-mittierendes. Die technisch entwickeltesten Knlturstaaten, hauptsächlich England undDeutschland , haben seit 5V Jahren einen immer konstanteren Export an Konfumwaren,einen schwankenderen von Produktionsmitteln erhalten. Der englische Export hob sichin der aussteigeudcn Konjunktur 1878 —1882 an Stahl, Eisen und Maschinen von25,9 Mill. ^ aus 43,5, au Baumwoll-, Woll- und Leinengewcben nur von 75,1 auf87,7 Mill. F. Es ist das Verdienst von Tugan-Baranowsky und Spiethoff, aufdiesen Umstand neuerdings nachdrücklich aufmerksam gemacht zu haben. Sie habengezeigt, ein wie großer Teil des zeitweife sich unbeschästigt ansammelnden Leihkapitalsperiodisch von den Produktionsmittelindustrien aufgebraucht, ja ganz erschöpft wird, wieder hiedurch entstandene Anstoß alle Jndustrieen belebt, alle Preise erhöht, aber durchdie Kapitalerschöpfung und die Befriedigung des Bedürfnisses an Eisenbahnen, Fabriken,Maschinen, Häusern notwendig mit der Zeit an ein jähes oder langsam einsetzendesEnde kommt, wie das Steigen und Fallen der Eisenpreise der sicherste Barometer deswachsenden Bedarfes an Produktionsmitteln ist.
Immer, es liegt darin nur eine, vielleicht allerdings die wichtigste Ursache davon,daß auf den heutigen National- und Weltmärkten Angebot und Nachfrage nicht jederZeit in Übereinstimmung sein können. Die zeitliche Scheidung der Produktionsprozesseund die weite örtliche Trennung der Produktions- und Konsumtionsorte bedingt inZusammenhang mit den Fortschritten der Volkszahl, des Wohlstandes, mit den Ver-änderungen der Verkehrsmittel und der internationalen Beziehungen, des Geschmackesund der Mode eine Unmöglichkeit, in jedem Augenblicke, an jedem Orte, das Gleich-gewicht herzustellen.
239. Die Einwirkung der Geldwirtschaft, des Kredites, desMarkt- und Preistreibens auf die Stockungen. Haben wir im vorstehen-den die in der Natur der arbeitsteiligen neueren Produktion und der Konsumtionliegenden Schwierigkeiten, sie jederzeit in Übereinstimmung zu halten kennen gelernt, sohaben wir jetzt unsere Aufmerksamkeit noch darauf zu leuken, daß sie, je weiter dieArbeitsteilung geht, desto weniger direkt mit einander in Verbindung stehen, daß zwischenihnen der große Mechanismus des Marktes, der Preisbildung, der Spekulation, dieInstitutionen des Geld- und Zahlungswesens, des Kredites stehen, daß dieser Mechanismusin besonderen Personen und Organen seine Träger hat, daß diese häufig durch ihreSonderinteressen veranlaßt sein können, auf Kosten der Konsumenten und der Produ-zenten Gewinne zu machen, daß sie, wie letztere, irren, daß sie durch Betrug, Habsucht,künstliche Manöver die Anpassung der Produktion an die Konsumtion hindern können.Die meisten Kapitel unseres 3. Buches waren damit beschäftigt, diesen großen gesell-schaftlichen Mechanismus, dem die Vermittelung zwischen Produktion und Konsumtionübertragen ist, darzustellen. Wir sahen, wie es der Jahrhunderte und Jahrtausendebedurste, um ihn, sein Recht, seine Institutionen halbwegs richtig auszubilden. Wiekonnte es fehlen, daß er oft und lang versagte, salsch wirkte, durch Fehler aller Artdas Gleichgewicht störte.
Das Ideal des Verkehrsmechanismus und der Preisbildung ist, daß ein voll-endetes Geld- und Münzwesen besteht, daß der Geldwert stabil bleibt, daß der Kreditnur Würdigen und Ehrlichen zu teil wird, nur der richtigen Produktion, der richtigenPreisbildung dient, daß auf dem Markte nnr ehrliche Händler und Vermittler kaufenund verkaufen, daß alle Preisändcrungen der thatsächlichen Veränderung von Angebotund Nachfrage entsprechen. Man hat sich einem solchen Ideal Wohl in mancherlei Hin-