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Griechische Klassengeschichte.
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Homerische Heldenzeit. Edle Abkunft, Schulung und Vermögen sind nach Aristoteles die Grundlagen dieser Aristokratie, welche erst von 700 an den Bauern, den städtischenHandwerkern, den Krämern, den Matrosen in den zuerst wirtschaftlich aus der altenGebundenheit herauswachsenden jonischen Stadtgebieten als ein übermütiger und siemißhandelnder Herrenstand erscheint.
Der Handel und das Gewerbe hatten sich zuerst an der kleinasiatischen Küste,sowie in Korinth , Megara, Aegina entwickelt; die Koloniegründung des 8. u. 7. Jahr-hunderts schus neue wirtschaftlich fördernde Verbindungen; die in Lydien zuerst geprägteMünze verbreitete sich im 7. Jahrhundert in den Handelsstädten, hob den Wohlstandder Kaufleute, Reeder, Gewerbtreibeuden sehr. Die Adeligen wurden rasch wohlhabender.Ein zunehmender Teil der Bauern kam in Schuldabhängigkeit von ihnen. Die altenFormen des aristokratischen Staates, der Blutsgenosfenschaften, der Wehrverfassung, desRechtes genügten nicht mehr. Die alten Geschenke für Rechtsprechung entarteten zu Be-stechung. Eine steigende sociale Gärung erfüllte das 7. Jahrhundert. Wir hören fchonin seinem Anfang (um 700) die Klagen des ersten individuellen Dichters, Hesiod , dersich auf die Seite der unteren Klassen stellt. Die Idee der Gleichheit lebt noch in denalten Blutsverbänden, in der nie ganz beseitigten Volksversammlung, sie reagiert gegendie wachsende Ungleichheit. In den sich steigernden Parteikämpfen steht sich nun Armund Reich, stehen der Grund- und Kapitalaristokratie die hörigen Bauern, die Hand-werker, die Kaufleute und Matrosen, die zusammen als Demos bezeichnet werden, gegen-über. Ein Teil des alten Adels übernimmt dessen Führung. In den reichsten Handels-städten wie Milet und Megara kommt es schon zum Bürgerkrieg: hier schlachten dieArmen fchon gelegentlich die Kinder der Reichen massenweise ab. Aber in der Mehrzahlder langsamer sich entwickelnden Stadtgebiete gelingt eine große politische, militärischeund sociale Reform: das dem Stadtstaat naheliegende Ideal einer fürsorgenden, alleVerhältnisse ordnenden, die socialen Gegensätze ausgleichenden Politik entsteht mit diesenKämpfen und wird hier von klugen und starken Tyrannen, wie Periander in Korinth ,dort von weifen großen republikanischen Gesetzgebern wie Solon , die für bestimmte Zeitdiktatorische Gewalt vom Volk erhalten, durchgeführt. Die meisten dieser Männergehören den alten Königs- und Adelsfamilien an. Solon , der Aristokrat und vielgereisteGroßkaufmann, der Bauern- und Arbeiterfreund, ist durch seine Mäßigung, seine Kunstder Versöhnung das höchste Idealbild eines solchen Socialreformators. Ihre Thätigkeitfällt hauptfächlich in die Zeit von 650—SSO; sie führen die größte Zeit Griechenlands herauf; sie ermöglichen die Siege über die Perser S90—560 und damit den Sieg derhöheren Griechenkultur über die der Barbaren des Orients.
Es handelt sich focialpolitisch um den Interessenausgleich zwischen den geldleihendenGroßgrundbesitzern und den hörigen Bauern, zwischen der am Alten hängenden, dochniehr agrarischen und der neuen Handels-, Gewerbe- und Kolonialentwickelung, zwischender alten Zucht und Ordnung und dem neuen Individualismus, zwischen den altenBluts- und den neueren Nachbarverbänden, zwischen der alten und neuen Religion,zwischen dem Adelsstaate und dem neuen Staate der gesamten Bürgerschaft. Der Aus-gleich erfolgt in dem Sinne, daß nicht mehr Hauptstadt und Adel über das PlatteLand herrschen sollen, daß die großen Sklaven- und Grundbesitzer beschränkt werden, derBauern-und Mittelstand zur Geltung,ja Herrschaft kommen foll,daß der Bauer befreit, ihmein gesicherter Absatz garantiert werden soll. Die Tyrannis ist noch mehr kleinbürger-lich und bauernfreundlich als die Reform, z. B. Solons; es sind agrarische Züge inder Reform, aber gepaart mit einer geldwirtschaftlichen Förderung des Handels, desVerkehrs, mit ganz merkantilistischen Zügen, wie Derartiges zumal den jonischen Küsten-städten entsprach.
In Korinth gab der Tyrann Periander den Bauern das dem Adel genommeneLand, erschwerte aber ihr Hereinziehen in die Stadt. In Lokri verbot Zaleukos allenZwischenhandel, damit der Bauer den Verkauf auf dem Markte behalte. In Athen weigerte Solon dem Adel.Land zu Neuverteilungen zu nehmen, aber er hinderte defsenAusdehnung auf weitere Äcker; er hob die auf Grundstücken und Personen hastenden