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Der Prmcipat als Ergebnis der Klassenkiimpfe.
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Geldgeschäft betreiben. Soweit schädliche Gewinnsucht eine Rolle spielte, war es die derSoldaten, des hauptstädtischen Adels, des hauptstädtischen Plebs, die zusammen unterUmständen den erledigten Thron an den Meistbietenden verkauften. Die Klassenordnungwar mehr und mehr nicht sowohl auf den Besitz als auf die Amtshierarchie und diemehr und mehr erblich werdenden Berufsunterschiede gegründet, die immer peinlichermit Unterschieden des Titels, der Tracht, der Etikette umkleidet wurden. Niemalssrüher und später hat man Wohl in Europa so allgemein an diese Äußerlichkeiten derStandesunterschiede sich gehestet, sie gehütet, an sie geglaubt wie in jenen Jahrhunderten.Die erbliche Scheidung in Stände und Berufe entsprach der sinkenden Bevölkerung,der verschwindenden Geldwirtschaft, der wieder überwuchernden Naturalwirtschaft. Diegroße, teure Riesenstaatsmaschine konnte nur noch dadurch bestehen, daß sie die Fluchtaus den höheren Ständen mit ihren starken Pflichten, wie aus den niedrigen, die mit denverschiedensten staatlichen Naturaldiensten belegt waren, durch erblichen, auf Vermögenund Personen sich erstreckenden Zwang unmöglich machte (vergl. I, S. 401—402).
Das Bild der römischen und vollends der byzantinischen Gesellschaft vom 4. Jahr-hundert an, sowie das der entsprechenden Staats- und Wirtschaftsinstitutionen ist gewißkein anziehendes, befriedigendes. Es ist eine Zeit des Niederganges, der Auflösung.Die Rasse ist entartet; Ehelosigkeit, Verzweiflung an der Zukunft, Weltflucht, Gleich-gültigkeit gegen den Staat herrscht vor. Der äußere Apparat der alten Kultur löstsich mehr und mehr auf. Nur neue Säfte, jüngere Rassen können die Lücken desBauernstandes, des Heeres ausfüllen. Aber das ist andererseits nicht zu leugnen, daßüberall in der Auslösung des Alten sich schon die neuen Keime einer besseren Zeitzeigen: die zunehmende Verbreitung des Christentums und die Ausbildung der römi-schen und byzantinischen Kirche, die steigende Ehre der Arbeit, die vordringende Bedeutungder liberalen Berufe und des Beamtenstandes, die Ermäßigung der Sklaverei, die Huma-nisierung der antiken Rechtsinstitute. Das waren große sociale Fortschritte, die nichtdurch Klassenkämpfe, sondern im Zusammenhang mit der Auflösung der alten Kultur,durch innere sittliche Fortschritte, sowie durch Kirche und Staatseinflüsse sich durchsetzten.
248. Die mittelalterliche Klassengeschichte bis ins ^..Jahr-hundert. Die feudalagrarischen Klassen, die städtischen. Über dieKlassengeschichte der neueren europäischen Völker und ihre Wandlungen und Kämpfehaben wir in den Kapiteln über Arbeitsteilung, Eigentumsverteilung, sociale Klassen-bildung und Unternehmung (I §§ 113—147) und auch in manchen Kapiteln dieseszweiten Bandes, hauptsächlich bei Erörterung der Kapitalrente (Z 182 ff.) und desArbeitsverhältnisses (Z 203 ff.) sowie in der Einkommenslehre (z. B. 8 229) schonmanches zu sagen gehabt. Doch bleibt auch für sie das Bedürfnis, das Wichtigste hierim Zusammenhang vorzuführen, gerade auch im Gegensatz zur antiken Klassengeschichte,
Die antike wie die neuere Entwickelung beginnt mit großen naturalwirtschaftlichenStaaten (dem mykenischen, merowingisch -karolingischen :c.), die dann wieder mit demFortschritte zu höherer Kultur und besserer Verwaltung, zum Städtewesen in kleinerezerfallen. Aber während hierbei das griechische und römische Königtum rasch ver-schwindet, der Republik und einem Adelsregiment Platz macht, hat das germanischeKönigtum sehr frühe einen kräftigeren Charakter. Der Kampf mit Rom , die germa-nischen Völkerbündnisse, die großen Flächen Mitteleuropas , die römischen und kirchlichenÜberlieferungen der Antike hatten aus dem germanischen Königtum eine viel intensivereAmtsinstitution gemacht; sie schlug so tief Wurzel, daß die europäische Staatenwcltnicht wie die antike, in republikanischer, sondern in monarchischer Staatsform ihrewichtigsten Entwickelungsjahrhunderte durchlebte. Zwar sank auch das germanischeKönigtum da und dort für einige Zeit zum Schein- und Wahlkönigtum herab; inStädten und Stadtstaaten regierten auch im Mittelalter da und dort patrizische undPopuläre Senate. Die oberen Klassen (Priester, Krieger, Großgrundbesitzer, Händler?hatten in vielen Staaten die Möglichkeit starker korporativer Organisation und einergewissen Klassenherrschaft. Aber selbst in Italien und Deutschland verschwindet dasKönigtum nicht ganz; in Deutschland setzen sich bald die Territorialfürsten, in Italien