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Erhöhung der Frondienste und Lasten, e) Untersuchung der Gülten (Schulden) und ihreEinschränkung auf einerträgliches Maß, t) Wiedererstattung der der Gemeinde ent-sremdeten Wiesen und Acker. — Die radikalen Elemente hatten schwere Blutschuld aussich geladen; in wenigen Monaten lagen Tausende von Bauern erschlagen; große Scharenwurden enthauptet, hart an Geld und Gut gestraft.
Es war der Versuch einer socialen Revolution, aber ein resultatloser. EinigeForderungen der Bauern waren eigentlich unerfüllbar, so die Wiederherstellung der Dorf-gemeinde, wie sie vor 300 Jahren gewesen, ehe so viel Menschen lebten, ehe die Geld-und Kreditwirtschaft eingesetzt hatte. Im übrigen hatten die Bauern nur Billigesgefordert, was mehr oder weniger später territoriale Gesetze und die agrarische Reformdes 19. Jahrhunderts brachte.
Der ganze Westen und S üd en D e utschla nd s blieb ein Land der Klein-undParzellenbauern. Wo wie in Bayern der Adel Miene machte, Bauern zu legen, umgroße Gutswirtschaften einzurichten, hinderte es die Regierung direkt oder indirekt durchErschwerung der Einführung hoher Frondienste und des Gesindezwangsdienstes. InBayern war überdies die Hälfte der Bauern der Kirche untcrthänig, und die war nichtmehr mit landwirtschaftlichem Fortschritt wie im Mittelalter beschäftigt, wollte nur diehergebrachte agrarische Verfassung erhalten. Die nicht allzu hohen feudalen Lasten, die1815—43 noch auf dem süd- und westdeutschen Bauernstand ruhten, die Zehnten undGülten beseitigte dann die Ablösungsgesetzgebung des 19. Jahrhunderts, wie sie auchdem meist schon mit erblichem Besitzrecht ausgestatteten Kleinbauern das volle freie ver-erbliche Eigentum brachte. Kam es dabei auch zwischen 1789 und 1850 zu einzelnenGärungen und Erhebungen, der ganze neue, überwiegend gesunde Zustand ist durchvernünftige Gesetze und gute Staatsverwaltung, nicht durch eigentliche Klassenkämpsehergestellt.
Auch imNordwesten (Hannover, Braunschweig, We st falen, Olden-burg ) erzählt uns die Geschichte nichts von solchen. Freilich haben die niedersächsischenGrundherren ihre unfreien, nicht erblichen Kleinbauern (die sogenannten Laten) vielfach vom12.—15. Jahrhundert gelegt und deren einzelne Hufen zu 2—4 Hufen fassenden Pacht-gütern zusammengelegt; aber es scheint dies in der Zeit der östlichen Kolonisation undder Städteblüte ohne zu große Benachteiligung der Betroffenen möglich gewesen zusein. Und die freien großen Pachtbauern (Meier genannt) wurden dann im 16. Jahr-hundert durch die fürstlichen Gewalten im Steuerinteresse gegen Abmeierung undLastenerhöhung so geschützt, daß sie mehr und mehr unter landesherrlicher Aufsichtstehende erbliche Besitzer mit Anerbenrecht, ihre früheren Grundherren bloße Rentenbezieherwurden. Der nicht zahlreiche niederfächsische Adel konnte so keine großen Güter erwerben,die Bauern nicht mit Fronen oder anderen hohen Lasten bedrücken. Der niedersächsisch-westfälische Bauernstand blieb bis heute der kräftigste, hat es auch zu der gesundestenArbeitsverfassung für die ihm dienenden Tagelöhner, zum Heuerlingssystem (§ 207S. 284) gebracht.
Die hannoverisch-braunschweigischen Lande hatten 1500—1866 wohleine ständisch-aristokratische Verfassung; aber die regierenden Adels- und bürgerlichenFamilien hatten sich doch viel mehr als im Osten in eine Amtsaristokratie umgebildet,da ihre gutswirtschaftlichen Interessen unbedeutend waren. Man wird überwiegend vonden mittel-, süd- und westdeutschen größeren weltlichen Territorien,auch so weit sie eine ständische Verfassung hatten, sagen können, daß sie mehr eineFürsten -, Beamten- und Schreiber-, als eine ständisch-feudale Klassenherrschaft bis 1800hatten; dieselbe war vielfach kleinlich, patriarchalisch, zu großen Reformen und zukühner allgemeiner Politik nicht gemacht. Sie erhielt die socialen Zustände vielfach bis1800 auf dem Niveau des 16. Jahrhunderts, aber sie milderte die socialen Gegensätzemehr, als daß sie ihre Verschärfung gestattete.
Anders im Osten, östlich der Elbe, in den später preußischen und öster-reichischen Landen, in Mecklenburg , schwedisch Pommern, in Ost hol st einund vollends in den Slavenländern. Da hat sich die Lage des Bauernstandes