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Die deutsche Handelspolitik 1818—1860, die englische von 1840 an.
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Auflösung infolge inneren Haders bedroht. Preußen wie der Zollverein waren beiallen handelspolitischen Verhandlungen mit dem Ausland durch die mangelnde Machtund Einheit in schlechter Lage. Preußens dringlichste und berechtigtste Wünsche, wiez. B. bessere Behandlung der schlesischen Leinwand und des deutschen Holzes in Eng-land, der deutschen Fabrikate in Rußland , wurden stets glatt abgewiesen. Ähnlichwurde der Zollverein von Frankreich mißhandelt. Alle Handelsvertragsverhandlungenwaren erschwert; es wurde in dieser Beziehung nicht viel erreicht. Die wenigenHandelsverträge, die zu stände kamen, waren ohne große Bedeutung, einzelne fast un-günstig. Und doch war die Epoche von 1834—1865 für den Zollverein eine solchegroßer Fortschritte und rasch steigenden Wohlstandes. Die Gewerbe erhoben sich vielfachschon zur Großindustrie; auf dem großen inneren, sich stetig erweiternden Markte warRaum für ihren Absatz; die innere Arbeitsteilung war die Hauptsache, zu sehr großemErPort und Import war noch nicht viel Veranlassung; immer stieg der Wert der Aus-und Einsuhr von etwa 740 Mill. Mk. 1834 aus etwa 1100 1843—1852, auf21—2400 1860—1864; Deutschland erzeugte 1849 — 1850 etwa noch 95 » o seinerLebensmittel selbst, hatte bis Mitte der 70er Jahre einen Überschuß der Ausfuhr anWeizen und anderen Lebensmitteln; es exportierte daneben damals schon erhebliche MengenSeiden-, Wolle-, Leinen-, Baumwollwaren, importierte von Fabrikaten fast nur Baum-wollgespinste und Eisenwaren. Eine mäßige Schutzzollerhöhung für Baumwolltwiste,Roheisen und Eisenwaren und einige andere Fabrikate war 1842—1851 eingetreten,im Anschluß an die Listsche Schutzzollagitation, an die Stockung jener Jahre, an dieMißhandlung durch das Ausland, an die englischen Schleuderpreise. Doch hatte Preußen von 1851—1860 wieder jeder weiteren Zollerhöhung widerstrebt, nur die Zollthoregegen Österreich differentiell etwas geöffnet; freilich geschah das nicht sowohl aus Über-zeugung, als aus politischer Notwendigkeit. Österreich wollte 1849—4853 in denZollverein eintreten, um Preußen die Herrschaft in ihm streitig zu machen und ihnzugleich am Schutzsystem festzuhalten. Preußen hatte dies abgelehnt, aber wenigstensim sogenannten Februarvertrag (1853) Österreich die differentielle Zollbegünstigung ein-räumen müssen, die den Handel dahin etwas, aber nicht zu sehr belebte. Die Zoll-herabsetzungen hatten den stärksten Widerspruch der österreichischen Industriellen erzeugtund damit die österreichische Regierung gehindert, bei Zeiten in die für 1860 zugesagtenBeratungen über die Zollunion zwischen Österreich und dem Zollverein einzutreten.
ä. Unterdessen hatte die große westeuropäische Freihandelsbewegung eingesetzt,die 1360—1870 ihren Höhepunkt erreichte. In England ruhten die GedankenA. Smiths und Huskissons nicht; die mit Königin Victoria ans Ruder gekommenenWhigs und die ins Parlament 1332 eingetretenen Mittelklassen standen ihnen näherals die Tories. Der Fortschritt in Handel und Industrie ließ das sonst noch un-veränderte alte Handelssystem von Jahr zu Jahr veralteter erscheinen. Noch be-standen 1840 zahlreiche Aus- und Einfuhrverbote, eine Besteuerung von Halbfabrikaten,viele Ausfuhrzölle; man hatte 1840 sogar alle Zölle wegen des Defizits um 8°/v er-höht. Die gleitende Skala der Getreidezölle vermehrte die Preiswechsel, statt sie zu ver-mindern, durch die damit verbundene Wirkung auf die Spekulation. Die großenFabrikanten betrachteten mehr und mehr die Kornzölle als eine unerträgliche Ver-teuerung der Industrie und der Exportwaren. Im Jahre 1837 entstand in Manchester die Antikornzollliga und wußte seit 1842 mit Kosten bis zu 1 Mill. A jährlich unterder Führung glücklicher Agitatoren wie Cobden und Bright die öffentliche Meinung zugewinnen. Die Versuche der whigistischen Minister, einiges zu bessern, glückten nichtrecht. Da griff der große, durch eine Enquete bekehrte Toryminister Peel ein, setztedie Einkommensteuer als finanzielle Vorbedingung von Zollreduktionen 1342, und seinegroßen Zollreformen 1842 und 1845—1846 mit Hülfe der Whigs und einem Teil derihm treu gebliebenen, weitsichtigeren Tories durch. Daran schlössen sich die Gladstone-schen Zollreformen von 1853 und 1860. Der komplizierte Tarif von 1150 Positionenwurde >sehr vereinfacht, auf wenige einträgliche Finanzzölle beschränkt, die Einfuhr-verbote und Ausfuhrzölle wurden beseitigt; die landwirtschaftlichen Schutzzölle fielen