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Das Hochschutzzolljystem der Aereinigten Staaten 1860—1900.
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machten die Zölle 38°/o im Durchschnitt (5—200°/o im einzelnen) aus; 1387 warendie unveränderten Zollsätze gegenüber dem allgemeinen Sinken der Preise auf 47,10°/» ge-stiegen. Immer empfand man damals die europäische Konkurrenz deshalb nicht so stark,weil der Brotstoffexport, schon 1861—1864 sehr erheblich, 1871—1883 riesenhaft an-wuchs (1830 7, 1850 13, 1360 24, 1870 72, 1880 288 Mill. Doll.), In den 30erJahren trat ein gewisser Rückschlag dieser Ausfuhr ein; auch die agrarische Kolonisationim Westen wurde langsamer; das gute Regierungsland ging zu Ende; den Riesengrund-besitz der Eisenbahnen zwangsmäßig rasch zugänglich zu machen, konnte man nichtwagen. Die Geschäftsflauheit wollte lange nicht weichen, die Trustbildung begann;man suchte in hohen Zöllen das Mittel rascher industrieller Entwickelung. Der Kampfzwischen den Demokraten (für mäßigen) und den Republikanern (für hohen Zoll) wurdeimmer zum Mittelpunkt aller Politik. Die im Amt befindlichen Republikaner kauften sichweitere Stimmen durch zunehmende Pensionen an angebliche frühere Krieger und ihreWitwen (1877 28 Mill., 1897 147,5 Doll. Pensionen jährl.). Sie hinderten die Tarif-resorm des nach langer Zeit wieder ersten demokratischen Präsidenten Cleveland (1887)und wußten 1890 dem extremen Hochschutzzoll in der Mac Kinley-Bill den Sieg zuverschaffen. Sein Erfolg schien aber so ungünstig, die Preise stiegen so, der Mißmut überdas Treiben der Trusts wuchs so, die Krisis von 1893 zeigte so deutlich die Nicht-erfüllung der angeblichen lohnsteigernden Folgen des Schutzzolles, daß die Demokratenwieder siegten. Aber sie konnten nur eine mäßige Milderung des Tarifs 1394 (Wilson-tarif) durchsetzen. Die Republikaner kehrten unter Mac Kinley in die Amter zurück undsetzten im Dingleytarif 1896 die Rückkehr zu den Principien von 1390 durch.
Das Gesetz von 1890 belegte die verzollte Einfuhr mit durchschnittlich 43,6 °/o,das von 1894 mit 41,7, das von 1896 mit 54.5 °/o des Warenwertes. Die wichtigstenJndustriewaren belegte man 1896 mit 50—90°/o, viele mit Gewichts-und Wertzöllenzugleich; auch die wichtigsten Rohstoffe der Industrie, wie Wolle, und die Halbfabrikatesind hoch belegt; ebenso Getreide und verschiedene Lebensmittel, da sie ja vereinzelt übeldie Grenze kommen, hauptsächlich über die kanadische. Die Zollverwaltung, die Prüfungder Wertdeklarationen hat 1890 und 1896 eine Strenge erreicht, wie nirgends sonst; dieZollbeamten selbst schlagen die Milderung vieler Bestimmungen vor. Manche Artikel,die in anderen Ländern als Finanzquelle besteuert sind, bleiben in den Tarifen von1390—1896 frei; so 1396 Thee, Kaffee, Vanillebohnen. Es geschah in der Absicht,diese Freiheit den Mittel- und südamerikanischen Staaten als Lockmittel anzubieten, wennsie für die amerikanische Industrie Gegenkonzessionen machten, sonst sie ihnen zu entziehen.Die Tarife waren schwere Schläge sür den europäischen Export von Jndustriewaren;sie haben einzelne und wichtige amerikanische Industrien zu fieberhaftem Fortschritt durchzeitweise Preissteigerungen veranlaßt; sie haben die Einsuhr sehr vermindert. In denParlamentskreisen entstanden, sind diese Tarise ganz das Ergebnis der führenden Trustsund der Parteipolitik, die so viel Zölle einsetzten, als sie für große Majoritäten brauchten.Immer entsprach die Bewegung der nationalen, auf Selbständigmachung gegenüberEuropa gerichteten Volksstimmung. Und der Erfolg sprach im ganzen nicht gegen diePolitik. Auch die Fabrikatenausfuhr stieg stark; z. B. an Eisen- und Stahlprodukten1386 14,7, 1390 41, 1897 70,3 Mill. Dollar; die Weizen- und Mehlausfuhr 1870bis 1880 2,3 jährlich war von 1881—1890 3,75, 1891—1399 4,34 Mill. Tonnen.
Wie die Vereinigten Staaten sich 1360—1830 dem Konzert der europäischenMeistbegünstigungsverträge serngehalten, so blieben sie auch in der Folgezeit spröde.Die Klauseln des Dingleygesetzes erlauben wohl Verträge mit bestimmten Reduktionenfür wenige Waren und solche mit einer allgemeinen Zollermäßigung im Maximum von 20aber es kam bei den Verhandlungen nicht viel heraus. Die Verträge mit Frankreich undPortugal waren ziemlich nichtssagend. Die Union suchte ihre Meistbegünstigung inden Staaten mit mäßigen Tarifen festzuhalten, ohne selbst Erhebliches zu konzedieren.Die einstige sreie Zulassung, ja Förderung der fremden Einwanderung verwandelte sichin eine rigorose Fernhaltung erst der Chinesen, dann auch der Europäer . Die liberaleBehandlung der Waren, die in fremden Schiffen kommen, nach den Gesetzen von 1815
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