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2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
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Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen Lebens im ganzen. s1088

Gewerbe- und Eisenzöllen meist ziemlich höhere Sätze als der deutsche Taris von 1879. Aberdie Rohstoffe sür die Industrie und die Lebensmittel blieben im ganzen frei, nur Viehund Trauben waren belegt, Wertzölle fast ganz verbannt. Das Gesetz vom 29. Januar 1881hatte freilich dem nationalen Wunsche aus Schiffsbau- und Schiffahrtsprämicn nach-gegeben, und viele umstrittene Punkte, wie Vieh und Getreide, Rohzucker waren aus demVertragstarif, über den man allein mit den anderen Staaten verhandelte, ausgeschaltet,um die Schutzzöllner zu beruhigen. Aber im ganzen war die Erhaltung des Napoleoni-schen Systems zunächst gelungen. Und eine neue Kette von Meistbegünstigungs- undTarifverträgen mit Belgien, Italien, Portugal, Schweden, Norwegen, Spanien, Schweiz und Österreich knüpfte sich an das Zollgesetz. England behielt seine Meistbegünstigungdurch ein besonderes französisches Gesetz, Teutschland durch den Fricdcnsvertrag von 1871.

Es war ein Pyrrhussieg gewesen. Die akute Krise von 1882, die Depression bis1890 steigerte die Schutzzollagitation, Landwirtschaft und Großindustrie Verbündetensich; die Weinbauer waren durch die Reblaus aus Freihändlern Schutzzöllner geworden.Die Kammern setzten 1884 die Erhöhung der Zuckerzölle und die Zuckerausfuhrprämien,1885 die der Weizenzölle auf 3 Frcs., 1887 auf 5 Frcs., sowie analoge Steigerung derViehzölle durch. Mit Italien kam es 1888 zu einem erbitterten Zollkrieg. Tirardtrat ab. Beseitigung des ganzen Vertragssystems, Herstellung eines Maximal- undMinimaltarifs wurde 189V1892 die Losung. Die Interessenten bekamen die ganzeFrage in die Hand, die Regierung ließ sich schieben, trat ihre Rolle dem Vorsitzendender Kammcrkommission Meline ab. Der Senat überbot noch die Kammer an Schutz-zollerhöhungen.

Das französische Zollgesetz vom 11. Januar 1892 hat einen Maximaltaris fürdie Staaten ohne, einen Minimaltarif für die mit Handelsabkommen; im letzteren sehlenwie im bisherigen Vertragstarif viele Sätze, um für sie vollste Freiheit zu wahren;keine Handelsverträge sollten mehr geschlossen werden, sondern nur Abkommen überAnnahme oder Ablehnung des Minimaltarifs. Der letztere war etwa 40, der Maximal-tarif 60°/o gegen bisher erhöht. Gewisse Rohstoffe blieben frei; die agrarischen Zöllewaren sehr stark erhöht und wurden bald weiter herausgeschraubt, z. B. Weizen 1894aus 7 Frcs., die Weinzolle 1898. Höhere Belegung außereuropäischer Waren, die auseuropäischen Ländern kommen, europäischer, die nicht aus dem Ursprungsland kommen,ist vorgesehen, ebenso Erhöhungen und Verbote sür Zollkriege. Die EinbeziehungAlgeriens ist 1867 begonnen, 1884 ausgesprochen, 1892 vollendet worden; 1887 hatman Jndochina, durch das Gesetz von 1892 eine Anzahl anderer Kolonien assimiliert;d. h. sranzösischc Waren gehen dort zollfrei ein, fremde zahlen dort die französischen Zölle; einzelne Kolonialprodukte dieser assimilierten Kolonien aber zahlen in Frankreich im Finanzinteresse hohe, andere die halben Zölle des Minimaltarifs. Der Zweck isteine teilweise Wiederherstellung des alten Kolonialsystems, Bevorzugung des Mutter-landes in den Kolonien und umgekehrt. Zwei neue Schiffahrtsgcsetze (1893 und 1902),die besser als 1881 den Schiffsbau und die Fahrten der französischen Marine sördernsollen, ergänzten dieses Hochschutzzollsystem.

Dasselbe hat gewiß den französischen Außenhandel nicht vernichtet, aber ihn auchnicht gehoben. Die Fabrikatenaus- und einfuhr blieb 18921901 gegen die neun Vor-' jähre fast stabil; die Einsuhr von Nahrungsmitteln nahm durchschnittlich von jährlich1504 (18831891) aus 1045 Mill. Frcs. (18921901) ab; dabei fiel der Weizenpreisnoch von 18,26 aus 16,36 Frcs., noch mehr fielen die Fleisch- und Butterpreise; derGetreidekonsnm und die Getreideproduktion nahmen zu. Die Industrie blieb bis 1898fast stabil, nahm dann nur wenig an der aufsteigenden Welthochkonjunktur teil. Diehohen Weizenzölle werden durch die freie Einfuhr aus Algier etwas korrigiert. DieZollabkommen mit den Nachbarn waren nicht leicht. Der Zollkrieg mit Italien dauertefür die Schiffahrt bis 1896, für den Warenverkehr bis 1898, der Zollkrieg mit derSchweiz von 18921895. Beide fchlugen der französischen Volkswirtschaft tiefe Wunden,steigerten den dauernden Verkehr dieser Länder mit ihren anderen Nachbarn. Das bloßeAnerbieten eines unabänderlichen Minimaltarifs zeigte sich dabei, wie bei den VerHand-