Teil eines Werkes 
2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
Entstehung
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GeschichtSeinteilung nach dcm Verkehr; idealistische Methoden.

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den Territorien und Kleinstaaten); ä) die Epoche der großen Prägungen mit geordneterScheidemünze, mit gutem Gelde; sie setzt sich nur langsam in den modernen Staats-und Volkswirtschaften seit 1500 durch, kommt erst im 19. Jahrhundert voll zum Siege.

Die Hinzusügung einer besonderen Epoche der Kreditwirtschaft scheint uns nichtzweckmäßig, obwohl die Kreditzahlung die heutigen Verhältnisse gewiß tief beeinflußt.Aber sie hat doch nicht so umgestaltend eingegriffen, wie der langsame, drei Jahrtausendeumfassende Übergang von der Natural- zur Geldwirtschaft. Wir haben oben (Z 169)eingehend davon gesprochen, welche beherrschende wirtschaftliche Wirkung derselbe gehabthat, und brauchen das dort Gesagte nicht zu wiederholen. Wir stehen heute nochmitten in den Versuchen, die neue volle Durchführung der Geldwirtschaft von ihrenGefahren und Schattenseiten zu befreien. Aber so sehr wir betonen mögen, daß wirkaum eine größere Veränderung der wirtschaftlichen Prozesse von technischer Seite herkennen als diese, so dürfte sie als einziges Princip zur Erklärung der ganzen wirt-schaftlichen Entwickelung der Menschheit doch nicht ausreichen. Sie kann ja die ver-schiedenartigen volkswirtschaftlichen Gestaltungen, die vor und nach dem Siege der Geld-wirtschaft neben einander sich unseren Blicken zeigen, so wenig erklären wie die Ver-schiedenheit der Klassenverhältnisse, alle Einzelheiten der Arbeitsteilung, alle Verschiedenheitin der Gestaltung der Privat- und Staatswirtschaft, des Eigentums u. s. w.

Unser letzter Schluß ist; die Entwickelung der Technik ist eine der grundlegendenUrsachen der volkswirtschaftlichen Entwickelung, aber nicht die einzige. Die Theorien,die sie als solche hinstellen, führen uns Erscheinungsreihen vor, die nicht bloß tech-nischer Natur sind, wie Betriebsformen, Klassenkämpfe, Geldwirtschaft. Die steigendeGeldwirtschaft setzt Staat, Recht, Moral, eine hohe geistige Entwickelung voraus.Das moderne Geldwesen ist eine staatliche Institution, das Münzwesen war die erstevolkswirtschaftliche Verstaatlichungsmaßregel.

274. Allgemeine historische Entwickelungstheorie. 2. Teleologisch-metaphysische, psychologisch-geistige. Im Gegensatz zu diesen mechanischenGeschichtserklärungen und -einteilungen stehen nun die, welche vom geistigen Lebenausgehen. Sie sind teils religiös-metaphysisch. Versuche einer theologischen oder teleo-logischen Begreiflichmachung des Sinnes aller Geschichte, teils psychologisch-empirisch,Versuche einer Kausalerklärung der psychologischen Kräfte und des menschlichen Handelnsaus der Jdeenentwickelung, die die Geschichte beherrscht.

a. Zur ersteren Gattung gehören die stoische, die christliche, die Geschichtstheoriender neueren dogmatischen Philosophie, z. B. die Hegels. Die Stoa nahm ein ur-sprüngliches goldenes Zeitalter an, in dem das reine Naturgesetz geherrscht habe; ihmmüsse die Menschheit sich wieder nähern. Das Christentum ging vom Dualismusvon Gott und der Welt aus; die ursprünglich sündlosen und gleichen Menschen habendurch den Sündenfall Staat, Eigentum, sociale Klassen, Verbrechen und alles Schlechteerhalten. Augustin niinmt die Analogie der Geschichte mit den menschlichen Lebens-altern in seine Theorie auf; den sechs Epochen menschlichen Lebens entsprechen die fünfWeltmonarchien des Altertums, die sechste Epoche bildet der Gottesstaat der christlichenKirche, der immer weiter sich verwirklicht. Die geistlichen und weltlichen Schriftstellerdes Mittelalters bis ins 17. Jahrhundert (z. B. Thomas von Aquino und OttoVon Freisingen , Bossuets äisoours sur 1'kistoirs univsrssUö 1681) blieben bei solchenLehren, deren Grundvorftellung freilich zuletzt eine ähnliche war wie LessingsEr-ziehung des Menschengeschlechts" (1786). Auch Vicos (16681714) drei großehistorische Zeitalter (das göttliche, das heroische und das menschliche) wollen die Völker-geschichte ähnlich als eine Einheit begreifen, die mit dem stoisch-christlichen Jdealzustandbeginnt, im heroischen Zeitalter zur Bändigung der rohen und schlechten Menschendurch große Staatengründer führt, im menschlichen diese Notstaaten durch Humanität,Billigkeit und Streben nach allgemeiner Wohlfahrt reinigt und emporhebt. Tiefsinnigerals die platte Einteilung in alte, mittlere und neue Geschichte, wie sie seit dem17. Jahrhundert für den Handwerksbetrieb der Historiker üblich wurde und noch heutefestgehalten wird, waren alle diese Betrachtungsweisen.

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