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Hegel und Ranke. Geistig-realistische Geschichtseinteilung.
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schlagende Betonung solcher Ursachenreihen mußte durch Gelehrte erfolgen, die im Gegen-satze zur Jdeenlehre und zur Jdentitätsphilosophie standen oder nach und nach zu ihrkamen, von entgegengesetzten Ausgangspunkten aus ihre Systeme entwarfen.
e. Die empirisch nach Ursachen fragenden Geschichtstheorien konnten teils dieindividual- und massenpsychologischen Elemente alles Geisteslebens, teils die direktenErgebnisse des^ geistigen Lebens, Staat, Verfassung, Recht, Eigentum, sociale Klassen-bildung und Ähnliches in den Mittelpunkt ihrer Systeme stellen oder beides miteinander verbinden. Schon das Altertum hatte Ansätze zu beidem.
Plato teilt die Gesellschaften nach dem Seelenzustand der Regierenden ein, ohnedaraus eine historische Entwickelung abzuleiten. Aristoteles fügt seiner Einteilungder griechischen Stadtstaaten nach der Zahl der Regierenden (Monarchie, Aristokratie,Demokratie) einen zweiten Entwickelungsgrund nach dem sittlichen Wert derselben beiund kommt so zur normalen und anormalen Ein-, Viel- und Volksherrschaft. Dievon ihm beobachtete historische Folge der Aristokratie auf die Monarchie, der Demokratieauf die Aristokratie hat die politischen Entwickelungstheorien bis in die Gegenwartbeherrscht.
ä. Mit St. Simon und Auguste Comte beginnen die neueren halbphilo-sophisch-socialistischen, halb rechts- und wirtschaftsgeschichtlichen Geschichtskonstrukt onen.St. Simon sucht den Kern des Problems nicht in der Entwickelung der politischenVerfassungen, sondern in der Geschichte der wirtschaftlichen Formen (Eigentumsformen,Klassenentwickelung u. s. w.) einerseits, in der Geschichte der Ideen andererseits: jedesgesellschaftliche System ist auf ein philosophisches gegründet. Die europäische Geschichteder letzten 10—12 Jahrhunderte zerfällt für ihn in eine feudal-militärische Epoche,in eine Epoche der Juristcnherrschaft und in die künftige industrielle, von der Wissen-schaft beherrschte Epoche. Eine Zeit, die einheitlich von großen Gedanken beherrscht ist,nennt er organisch; kritische Zeiten sind die, in welchen neue Gedanken auf neue Formender Gesellschaft hin arbeiten. Die ganze Geschichtseinteilung ist eine ähnliche, wie dieComtes, der durchaus empirisch die herrschenden geistigen Zustände zum Mittelpunktder großen Epochen macht und so im Anschluß an Turgot die Epochen der herrschendenTheologie, der herrschenden Metaphysik und des Positivismus (der empirisch-PositivenWissenschaft) unterscheidet. Die Geschichte der Gesellschaft ist nach ihm beherrscht von derGeschichte des menschlichen Geistes. Jeder bestehende Gesellschastszustand entsteht ausgeistigen Strömungen, die sich zu Sitten und Institutionen verdichten, die in jederZeit und in jedem Volke auf eine Übereinstimmung aller gesellschaftlichen Einrichtungenhinwirken. Indem Comte so die geistige Gemeinschaft als die centrale Ursache allesgesellschaftlich-geschichtlichen Lebens hinstellt und daraus die Epochen des Staats- undWirtschaftslebens ableitet, hat er bei allen einzelnen Irrtümern in seiner historischenDarstellung, bei aller Anfechtbarkeit seiner Methode und seiner praktischen Ideale docheinen großen Fortschritt vollzogen; er hat die Sociologie als sociale Centralwissenschaftund (neben den Deutschen) eine eigentliche Philosophie der Geschichte begründet.
<z. Bei der phantastischen Trieb-, Harmonisierungs- und Periodenlehre Fourierswollen wir uns nicht aushalten, obwohl sie nicht ohne gewissen Geist und nichtohne Tiefsinn ist. Lassalle hat den Sinn der wirtschaftlichen Entwickelungsgeschichtezuerst in der steigenden Einschränkung des individuellen Eigentums, des Rechtes aufAusbeutung anderer Menschen gefunden. Er hat dann dementsprechend drei socialeEpochen unterschieden: im Mittelalter herrscht die Feudalaristokratie durch den Grund-besitz; mit der Industrie, der Arbeitsteilung, der Kapitalbildung siegt mehr und mehrdie Bourgeoisie; er setzt ihren Sieg ins Jahr 1789; diese Epoche wird in der Zukunftdurch den Sieg des Ärbeiterstandes abgelost werden, die Freiheit des Arbeiterstandeswird die Freiheit der Menschheit sein. Ähnliche Gedankenreihen, aber ausgebildeter,treten uns bei Rodbertus entgegen.
Rodbertus, ebenso von historischen Detailstudien wie von der deutschen Philo-sophie seiner Zeit ausgehend, machte den Versuch, das gesamte gesellschaftliche, wirt-schaftliche und politisch-rechtliche Leben der Menschheit als eine Entwickelungsreihe immer