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Die Bildung größerer Wirtschaftskörper. Die älteren Erobcrungsreiche.
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Nachbarn, oder gingen an der UnVollkommenheit ihrer inneren Verbindung, oder auchan der Degeneration, die mit der Macht und dem größeren Reichtum leicht sich einstellt,über kurz oder lang zu Grunde. So weit unsere heutige Geschichtskenntnis reicht, werdenwir behaupten können, die Entwickelung zu solchen großen socialen sund politischenKörpern sei in zwei nacheinander salzenden großen Epochen verlausen: a) bis in diegraue Vorzeit zurück reicht die Bildung der naturalwirtschaftlich-kriegerischen Reiche, indenen über rein lokalem und blutsgenofsenschaftlichem, primitivem Wirtschaftsleben dochschon ein theokratisch-kriegerisch-wirtschaftlicher, despotischer Oberbau sich erhebt; b) demklassischen Altertum und der neueren indogermanischen Geschichte gehört die andere Ent-wickelungsreihe an, die langsamer zu größeren Bildungen kommt, aber eine bessere innereVerbindung der Glieder und Teile herstellt, durch kompliziertere Organisationen und ihreArbeitsteilung (geistliche und weltliche Gewalt, politische und wirtschaftliche, centrale,provinziale und lokale, allgemeine und Berufsorgane u. s. w.) sich Festigkeit giebt, diehöhere sittliche, rechtliche, wirtschaftliche und sonstige Kultur erreicht. Sehen wir dieältere und die jüngere Entwickelungsreihe noch etwas näher an.
1. Tie orientalischen Staaten bis zum großpersischcn gehören zu dieser älterenReihe; dann auch die älteren indischen und malaischen, das chinesische und das älterejapanische Reich, ferner die arabisch-muhamedanischen und die centralamerikanischen des15. und 16. Jahrhunderts, aber auch die älteren ägyptischen, das griechisch-mykenischeund das merowingisch -karolingische und ottonisch-deutsche Reich. Einzelne spätere Phasendieser Reiche, noch mehr das alexandrinische und die Reiche der Diadochen, sowie dasrömische von der Zeit seiner großen Eroberungen an, stehen nicht mehr ganz in dieserLinie, sie bilden bereits den Übergang zu den modernen Großstaaten und Volkswirt-schaften. Über die Größe und Menschenzahl dieser alten Reiche wissen wir nicht viel,aber doch einiges. Ägypten hatte nur 27 000 izkra anbaufähiges Land, soll aber imganzen bis 400 000 umsaßt haben. Seine Bevölkerung wird in verschiedenen Zeitenauf 3 und 7 Mill. angegeben. Das assyrisch-babylonische Reich setzt Ratzel in seinerbewohnten Fläche auf 130 000 qkra, im ganzen auf 1.5 Mill., erst das Persische auf5 Mill. ^w; man hat geglaubt, letzterem 80 Mill. Einwohner geben zu können; eshat aber auch nur etwa 250 Jahre existiert, ist dann durch das alexandrinische mit4,5 Mill. <^in abgelöst worden, das freilich noch rascher wieder zerfiel. Dem römischenReiche giebt man beim Tode des Augustus 3,3 Mill. <zkm und 53 Mill. Einwohner.Das Jnkareich hatte 3 Mill. okir>, war aber ein kaum eroberter Komplex von Tribut-staaten. China hat heute 11 Mill. «zkiri mit 330 Mill. Einwohnern. Einzelne dieserReiche hatten durch gesicherte geographische Lage und etwas höhere Entwickelung ihrerCcntralorgane eine Existenz von Jahrhunderten und Jahrtausenden, andere nur einesolche von wenigen Generationen. Alle kamen bei jedem großen inneren Entwickelungs-prozeß in Gärungen, die Zerreißung und Untergang drohten, wie heute das türkische undchinesische Reich auseinanderzufallen beginnen.
Alle diefe Reiche hatten weder eine Staats- noch eine Volkswirtschaft in unseremSinne. Alle waren mehr oder weniger theatralische Eroberungsreiche; alle waren nochmehr oder weniger auf dem Standpunkt der Naturalwirtschaft; die Mehrzahl derMenschen wirtschaftete überwiegend sür ihren eigenen Bedarf; der Geldverkehr fehlteganz oder war gering. Die wirtschaftliche Verfassung blieb eine lokale, familienhafte,geschlechts- und dorfartige oder grundherrliche; so weit Städte vorhanden waren, hatten sienicht sowohl die Arbeitsteilung, der Handel und das Gewerbe, sondern kriegerische, kirch-liche, Politische Zwecke geschaffen; die Teile des Reiches hatten keine oder minimale wirt-schaftliche Verbindung durch Arbeitsteilung und Verkehr- Aber über den mechanisch ver-bundenen Teilen stand die despotische Staatsgewalt mit ihren Priestern, Kriegern, Fron-vögten und Naturalsteuererhebern. Teilweise nahm die Staatsgewalt ein allgemeinesBodeneigentum in Anspruch und verteilte periodisch die Lose; jedenfalls forderte sieKriegs- und Frondienste, hohe Naturalabgaben, speiste, kleidete, bewaffnete aber auchin der Not oder für allgemeine Zwecke die Volksmasse, die zeitweise beliebig in andereGegenden versetzt, wie eine Schashcrde geleitet und geschoren wurde. Sie ist rechtlos.