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Die Stufen der neueren wirtschaftlichen Berfasfnngsformen.
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erwerb der europäischen Staaten beginnt, aber erst seit 50 Jahren eine große Aus-dehnung annimmt, bis jetzt aber auch nur zu einem gewissen Gleichgewicht zwischendrei mächtigen Riesenreichen (Großbritannien, Rußland, Vereinigte Staaten ), zwei losergefügten von gleichem Umfang (China, Brasilien) und, den teilweise gewachsenen (Frank-reich, Deutschland) oder seit lange stabilen Großstaaten (Österreich-Ungarn, Spanien u.s.w.),sowie der übrigen mittleren und Kleinstaaten geführt hat. Wir suchten zu zeigen, daßder eigentliche Begriff und die Thatfache der Volkswirtschaft erst seit dem 17. und18. Jahrhundert mit den modernen Nationalstaaten, ihrer inneren geistigen und wirt-schaftlichen Verbindung und mit ihren Wirtschaftskämpfen untereinander entstanden sei.
Diese unsere zuerst 1884 näher begründete Einteilung, und der damit behaupteteStufengang ist dann von Bücher neun Jahre später in etwas abweichender, aber dochähnlicher Weise als Resultat seiner selbständigen Studien wiederholt worden. AuchSombart ist trotz aller Kritik an seinen Vorgängern doch zu einer analogen Einteilunggekommen. In einem großen Teil der volkswirtschaftlichen und historischen Litteraturdes In- und Auslandes, ja sogar bei heftigen wifsenschaftlichen Gegnern von mir, istheute der mit dieser Einteilung geschaffene Sprachgebrauch weit verbreitet.
Über die Abweichungen Büchers und Sombarts seien nur zwei Worte ein-geschoben. Bücher geht von der Arbeitsteilung und dem Verkehr, dem Gegensatz derEigen- zur Verkehrswirtschaft, der Weglänge des produzierten Gutes von der Produktions-zur Konsumstelle aus, ich von den wichtigsten wirtschaftlichen Organen; er rückt dieForm der wirtschaftlichen Beziehungen, die Entstehung der heutigen Wirtschaftskategorienin den Mittelpunkt, prüft, wann und wie sie entsprechend der wirtschaftlichen, weiterenAusbildung entstanden. Was er sagt, ist mehr nur willkommene Ergänzung und Aus-führung meiner Theorien, als eine Erfetzung derselben. Sombart , in seiner Neigung,alle älteren Worte und Begriffe zu verwerfen, ein Heer von neuen zu bilden, belehrtuns erst darüber, was er unter Wirtschaftseinheit, Betriebsform, Wirtschaftsform,Wirtschaftsprincip, Wirtschaftsordnung, Wirtschaftssystem, Wirtschaftsstuse verstehe; ersagt uns dann, daß er eine Legion von Wirtschaftsordnungen, zehn Wirtschaftssysteme,acht Betriebsformen, drei Wirtschaftsstufen und zwei Wirtschaftsprincipien (Bedarfs-deckungs- und Erwerbswirtschast) annehme. Neben all' den neugeprägten Begriffenbraucht er aber auch die bisherigen, wie z. B. Familienwirtschast und Stadtwirtschaft.Seine drei Stufen, Jndividual-, Übergangs- und Gesellschaftswirtschaften haben doch inihrer letzten Bedeutung die gleiche« Einrichtungen und Zustände im Auge, wie die Ein-teilung Haus -, Stadt-, Volkswirtschaft. Und am Ende versichert er uns, eine wissen-schaftlich brauchbare Systematik der wirtschaftlichen Organisation müsse sich aus einebestimmte empirische Geschichtsepoche (europäisches Mittelalter und neuere Zeit) be-schränken, und die typischen Betriebsformen dieser Epoche findet er im Handwerk (dassür ihn den älteren Bauern- und Handelsbetrieb mit umsaßt) und in der kapitalistischen Unternehmung. Diesen selben empirischen Zeitaltern ist eben meine und Büchers Ein-teilung im wesentlichen entnommen.
3. Wir wiederholen hier nun nicht, was wir in unserem ganzen Grundriß da unddort über die genannten Wirtschaftsepochen gesagt haben. Wir suchen sie nur noch etwasnäher zu erläutern. Die Einteilung geht vom Wesen der wirtschaftlichen Vergesell-schaftung aus. Das schließt zweierlei in sich.
». Wir sehen, daß die wirtschaftlich zusammenwirkenden Körper nach bewohnterFläche und Menschen zahl successiv größer werden. Wir werden als typischeZahlcnbilder der sich folgenden Stufenreihen etwa folgende hinstellen können: erstStämme von 100V- 25 000 Menschenfeelen über einige Hundert oder auch tausendGeviertkilometer hin gesiedelt; dann Stadtgebiete bis zu 10 000 ja 200 000 Seelen,dichter aus engerem Raum gesiedelt; weiterhin Mittel- und Territorialstaaten mit1—2 Mill. Seelen auf Gebieten von 5000—150 000 cikin; endlich Staaten undVolkswirtschaften von 2—50 und mehr Mill. Menschen aus Flächen von 0,2—0,5 undmehr Mill. akm; zuletzt, seit neuerer Zeit, Weltreiche Von 2-23 Mill. mit 80,100, ja bis 400 Mill. Seelen. Wo in älterer Zeit solch' größere Staaten entstanden,waren sie ohne oder fast ohne freien inneren wirtschaftlichen Zusammenhang: jetzt ist