Teil eines Werkes 
2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
Entstehung
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679 Viertes Buch. , Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen Lebens im ganzen.

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dieser wachsende innere Kitt das Wesentliche dieser Gebilde. Die Vergrößerung derwirtschaftlichen Körper besteht zugleich in innerer Verdichtung wie in äußerer An-gliederung von Ländern und Menschen durch Bündnisse, Eroberung und Verschmelzung.Die Vergrößerung erfolgt, jetzt wie früher, teils natürlich, noch vielmehr aber absichtlich,weil die kleinen Gebilde mit ihrer unvollkommenen Spitze zu schwach nach außen undunfähig zu großen inneren, vor allem auch zu großen wirtschaftlichen Fortschritten sind.Die älteren Stufen, die Stammes-, die Stadt-, die Territorialwirtschaft, bleiben, je auseinem gewissen Punkte der Entwickelung angekommen, still stehen, machen weder geistignoch wirtschaftlich weitere große Fortschritte, reiben sich innerlich durch Klassenkämpfeaus, können ihren Bevölkerungsüberschuß nicht mehr unterbringen. Nach außen zeigtjede dieser Verfassungsformen Zeiten des Friedens und dann wieder des Kampfes. Vorallem der Übergang zu größeren Körpern hat in der Regel mit der verbesserten Kriegs-verfassung zu Reibungen und Rivalitätskämpfen führen müssen; sie dauerten, bis all-gemeiner die neuen größeren, auf breiteren geographischen Grundlagen ruhenden Gemein-wesen gebildet waren. Daher Epochen mit zahlreichen Stammes-, Stadt-, Territorial-und Staatskriegen, denen dann wieder befriedetere Zeiten mit wachsendem geistigen undWarenverkehr solgen. Aller Fortschritt der Menschheit beruht auf der Rivalität, derWechselwirkung, den Kämpfen, dem friedlichen Verkehr und der Nachahmung der Staatenund Wirtschaftskörper untereinander.

d. Innerhalb der so geschilderten wirtschaftlichen, successiv sich vergrößernden Körpervollzieht sich nun die wirtschaftliche Vergesellschaftung immer in der Doppelform voncentralen und peripherischen Wirtschaftsorganen. Alle diese Organe entstehenursprünglich in Anknüpfung an die schon länger bestehende Vergesellschaftung und Organ-bildung, wie sie durch Bluts- und Geschlechtszusammenhang, gemeinsame Siedlung, Kriegs-und Friedensverfassung sich gebildet hat: Muttersippen, Geschlechter, Stammesorgane ent-wickeln sich seit ältester Zeit, so lange die wirtschaftliche Fürsorge fast noch eine ganzindividuelle ist. Aber sie übernehmen nun successiv einzelne und immer mehr wirtschaft-liche Funktionen: es entsteht die Haus- und Familienwirtschaft einerseits, die Mark-, Dorf-und Stammeswirtschast, die agrarische Feudalverfassung andererseits. In der stadt-wirtschastlichen Epoche stehen neben der fürstlichen und bischöflichen Fronhofswirtschaftund der städtischen Ratswirtschaft: a) die Grundherrschaften und die Dorfwirtschaften derUmgebung, i>) die Einzelwirtschaft der Händler und Handwerker, der Hufner und Köterin Stadt und Land. Im Territorium sehen wir einen großen fürstlichen und einencentralständischen Haushalt neben denen der Städte, Grundherren, Dörfer und allenEinzelwirtschaften in ihnen. In der Volkswirtschaft endlich entstehen die modernenöffentlichen Finanzwirtschaften von Staat, Provinz, Gemeinde; es kommen zu denbisherigen privaten Haushalten alle neueren Erwerbswirtschaften und Unternehmungen,zuletzt die Aktiengesellschaften, Kartelle und Trusts. Und stets ist die Art des Zu-sammen- und Gegeneinanderwirkens der centralen und der peripherischen Wirtschaftsorgane,die Arbeitsteilung zwischen diesen zwei Sphären das für die jeweilige Verfassung desWirtschaftslebens Entscheidende. Nirgends werden mehr, wie in den älteren Despotien,die unteren Wirtschaftsorgane nur ausgepreßt, sondern sie stehen aus festem Rechtsboden,haben im Absatz und Marktverkehr eine gesicherte freie Selbstbetätigung. Ein freiesSystem der Arbeitsteilung ist durch die Geldwirtschaft möglich geworden. Innerhalbund neben den wachsenden Privat- und den öffentlichen Wirtschaften erhält sich dieHauswirtschaft, die Dorfwirtschaft, die Stadtwirtschaft, wenn auch umgebildet und mitanderen Funktionen als früher.

4. Nur noch mit wenigen Worten kann es sich darum handeln, den Fortschrittvon der alten Eigen- und Bedarssdeckungswirtschaft zur neueren Erwerbswirtschaft, vonder Natural- zur Geldwirtschaft, von dem erst lokalen Kundenverkehr zum heutigen inter-lokalcn und weltwirtschaftlichen Warenverkehr, von den alten kleinen zu den heutigengroßen Betrieben, von den alten einfachen zu den heutigen komplizierten Gemeinwirtschafts-formen und all' die weiteren Fortschritte zu schildern, die in dieser Stufenfolge enthalten sind.

a) Auf der ersten der genannten Wirtschaftsstufen hat der viehzüchtende Ackersmann