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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
Entstehung
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Gelehrten und ihrer Gesellschaft bleiben doch als unwidersprechlicheZellgen stehen, als Zeugen, die hie und da noch zu den Lebendengehören.

So betrachtet, stellt sich uns das Verhältniß von selbst in derrichtigen Sehlinie dar. Wir befinden uns einem Lande gegenüber,welches mit bedeutenden, ja stellenweise mit glänzenden Gabeil aus-gestattet, auch die Keime zu großen Untugenden von jeher in sichtrug, und dessen nationale Lebensweise im Laufe der JahrhundertcNahrung und Ueberwnchcrung der bösen Keime im Gefolge hatte.Seit waun und wodurch? Das zu ergründen wäre eben die Sachedessen , welcher den erstell Theil der Preisfrage übernähme. DasEigenthümliche der Aufgabe, wie sie hier gedacht wird, läge ebendarin: Aus den Symptomen der heute iu Frankreich wüthendengeistigen Krankheit, man könnte geradezu sagen Geisteskrankheit,auf iuduetivem Wege den culturhistorischcn Nachweis zu schöpfen;mit Hülfe des eben Erlebten ein scharfes Licht in die rückwärtsliegenden Windungen des Entwickelungsganges zu werfen. Einersolchen allerdings schwierigen Arbeit möchte ich einiges Materialliefern, dadurch, daß ich Vorkommnisse dieser Tage in möglichstviclcn und natürlich mich in möglichst bezeichnenden Einzelheitensammle, um mittelst derselben wenigstens eineil Beitrag zu denElementen eines umsassenden Krankhcitsbildes zu liefern.

I.

Das Hervorstechende ist die Lüge. Sie ist so allverbreitet, derZeit wie dein Raume nach, daß man verflicht ist, alle andereilErscheinungen uur als Nebensvmptvme, als abgeleitete Formendieses einen Grundübels anzusehen. Wie bei allen großen histo-