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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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den tückischen Plan zu vernichten, sei es um ihn in seiner Lügen-haftigkeit hinzustellen. Die Unschuldigen, und dazu gehörte einTheil der europäischen Diplomatie, der Börsenwelt und der Jour-nalistik, glaubten aus diesen: Grund an die friedliche Lösung.Andere Diplomaten, welche intimere Beziehungen zu dem Tuilerien-Hof unterhielten, wußten wie viel die Stuude geschlagen, uud ver-breiteten geflissentlich im Dienste der hohen Gönnerschaft das Ge-heimniß, mit dem Rücktritt Leopolds werde alles sein seliges Endefinden. Durch diesen Canal ging auch der deutscheu Presse eine guteDosis Opium zu. Die kaiserliche»: Kriegsdränger ihrerseits fürchtetendie Gefahr einer Ausgleichung und suchten durch das wüthende Ge-bahren in der Presse nach beiden Seiten hin den Riß unheilbar zumachen. Wer den von Gramont, wenn auch uicht geschriebenen, dochgeleitetenCvnstitutiouel," wer die von Olliviers Protector GirardingeführteLibertß" und das allmächtige Organ des Stadtklatsches,denFigaro," in jenen Tagen las, dem mußte unzweifelhaft sein, daßdie Regierung den Krieg wolle, und daß bei dein bevorstehenden Rück-tritt Leopolds eine neue Chicane auftauchen werde. Emanuel Arago,einer der wenigen, welche zu keiner Zeit und unter keinen Um-ständen den Krieg gegen Deutschland gewünscht oder gepredigt, dersogar kurz vor dein Ausbruch des ganzen Zwischenfalls bereits eineumfangreiche Demonstration zu Gunsten der Freundschaft mit Deutsch-land vorbereitet hatte, beschloß nach Besprechung mit einigen Freun-den, dieser erwarteten Chieane die Spitze abzubrechen. In derSitzung vom Montag, den 11. Juli, richtete er au das Ministe-rium im gesetzgebenden Körper die Anfrage: ob es für den Falldes Rücktritts Leopolds die ganze Verwicklung als erledigt betrachte?Die wvhlberathenen Spießgesellen des Ministers, die Cassagnac undund Dugus, sprangen unter dem Gebrüll ihres Anhangs entrüstetvon ihren Sitzen auf und riefen jenem zu:Antworten Sie nicht!

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