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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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gestimmter Seite war mir eine halbe Stunde zuvor die positiveMittheilung zugegangen, daß alle Hoffnung verschwunden, der Kriegeine beschlossene Sache sei. Ich vermuthete also, daß im gesetz-gebenden Körper eine entsprechende Kundgebung erfolgen werde.Wie erstaunt war ich, als beim Eintritt in die Lalle clss ?aspsräus mich die Nachricht empfing: Ollivier habe an dieser nichtamtlichen Stelle ein Telegramm des Fürsten von Hohenzollern ,Vater, mit lauter Stimme verlesen, in welchem dieser den Verzichtseines Sohnes meldete. Und damit, habe Ollivier geschlossen, istdie ganze Schwierigkeit erledigt, l'inciäsnt est viäö, wie man sichin der Gerichtssprache ausdrückt. Officiell jedoch, hieß es, sei uichtsderart erklärt worden, und einige Abgeordnete wollten mit wiegutem Grund! uicht in die allgemeine Beruhigung einstimmen.Von dein Palais Bourbon begab ich mich uach dem Boulevard zu,und hier strömte mir nun die ganze Friedensgewißheit entgegen,die sich von der Börse aus verbreitet hatte. Als ich sagte, daßich aus dem Gesetzgebenden komme, verlangte man, daß ich denText und die Umstände der feierlichen und officiellen, soeben ver-kündeten Friedenserklärung wiederhole. Vergebens betheuerte ich,daß die Dinge in solcher Gestalt nicht vor sich gegangen. Manentschied, ich müsse blind uud taub gewesen sein, da an der Börse dieauthentische Mittheilung gemacht worden, daß Herr Ollivier in derKammer die Zufriedenheit der Regierung mit der eingegangenenGenugthuung erklärt habe. Aber noch war ich mit einem halbenDutzend Personen im Streit über die Zuverlässigkeit meiner Sinnes-werkzeuge, als eine Schaar von Boten schon wieder mit Hiobs-gesichtern und entsprechenden wankenden Coursen angesprengt kam.

Und so war es. Der Ollivier'sche Friedensaccord selbst waruur ein eben ausgesprochener, sofort auch beseitigter Zwischeufallgewvrdeu. Mein Gewährsmann der Mittagsstunde war gut uuter-