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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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jectionen über die krassen Thorheiten auszustoßen, welche unsFrankreich vorplaudert. Aber dennoch liegt in der unbedingtenVerachtung gegen die Geistes- und Seelenzustände dieses einst sobedeutenden und liebenswürdigen Volkes etwas Naturwidriges, dasuns stets von neuem antreibt, BilligkeitSgrttnde zu dessen Gunstenaufzusnchen. Was ihm zu gute gehalten werden muß, liegt vorallem iu obigem Ausspruch angedeutet. Die Franzosen selbstnämlich hielten dafür, daß sie den Krieg nicht wollten, währendihr innerstes Ingenium sie hineintrieb. Diesen ihren eigenenImpuls gewahrten sie nur wie das dem Menschen, besondersaber dem Franzosen, nahe liegt nicht in sich, sondern außer-halb; in uns Deutschen uud in unsrer Entwicklung. Hnnderte von ihnenhaben es vorhergesagt:die Deutschen werden Frankreich mit Krieg über-ziehen". Muß es Diesen nicht schwer werden einzusehen, daß sie dieSchuldigen sind? Edgar Quinet wird kommen und uns die beredtenStellen vorlesen, in denen er 1866 voraus verkündet: dieses ge-wappnete Cäsarenreich Preußen trägt den Krieg gegen den herunterge-kommenen Nachbar Frankreich im Leibe. Und viele andere werden esihm nachthun. Um einzusehen, daß der Teufel, welcher diesen Zusammen-stoß bereitete, nicht in unserer, sondern in ihrer Brust saß, müßtensie nicht Franzosen sein. Diejenigen von ihnen, welche einräumten,daß Fraukreich im Juli Angreiser gewesen, haben sich beeilt nachSedan aus dieser unbequemen Stellung zu eutspriugen.

Seit Sedan sind wir auch für diese, für alle, der angreifendeTheil. Wir hätten damals die Waffen strecken uud heimkehrensollen, meinen sie. Sie kennen sich so wenig, daß keiner von ihnenahnt, wie schlecht sie uus solche blöde Schwäche gelohnt hätten.Wir müssen gewärtig sein, daß sie aus der Fortsetzung des Kriegsbei Sedan folgern werden, nun sei es ausgemacht, daß wir vonvornherein der angreifende Theil geweseil. Genau daran reiht sich