- 82 —
das Zeitalter der Märchen. Hier nur die flüchtige Recapitulationder bekanntesten Züge aus dem Stegreif.
Den Reigen eröffnet die in französischen Blättern, aber sonstnirgends wahrgenommene Illumination des dänischen Uebungslagersbeim Eintreffen der Kriegserklärung. Darauf ^folgt die bekannteSchlacht von Saarbrücken vom 2. August, die als ein großer Siegüber die preußischen Waffen gefeiert wurde. Viel interessanterwaren die Vorgänge am 5. August. An diesem Tage, der aufdie Schlacht von Weißenburg folgte, verbreitete sich plötzlich Nach-mittags 1 Uhr auf der Börse in Paris die Nachricht eines großenfranzösischen Sieges. Viele Augenzeugen haben mir diesen Momentgenau geschildert. Alle stimmen darin überein, das Schauspiel,welches Paris in jenem Augenblick geboten, spotte aller Beschreibung.Es hieß: 20,000 Preußen seien geblieben, 30,000 gefangen, da-runter der Kronprinz. Kein Mensch zweifelte. Im Nu war Paris ein Jubelmeer, der ganze Börsenplatz vollgepropft mit Menschen,ein Bild jauchzender Ausgelassenheit. Die Wechselagenten auf ihremerhöhten Standort stimmten die Marseillaise an; die ganze Börse,und von da der ganze Platz, fiel weithin schallend mit ein; alleHäupter entblößten sich. In Zeit von einer Viertelstunde warenalle Fenster wie auf einen Zauberspruch mit Fahnen behängen,sogar die Pferde der Omnibus und der Fiaker erschienen mitFähnlein geschmückt auf den Straßen. Man hatte sich gut vorge-sehen. Alles dieß war geschehen in so viel Zeit als nöthig, umvon der Börse in ein Ministerium zu fahren und zurück. Da kamder erste Bote wieder und erzählte schüchtern, auf der Regierungwisse man noch nichts von dem großen Sieg. Zweifel stiegen auf.Dann erschien ein Abgesandter der Polizeipräfectur und bestätigte,daß nichts Offtcielles bekannt sei. Man will ihn widerlegen, fragtnach der ersten Quelle der Siegesbotschaft, sucht, forscht, findet sie