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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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machte denn auch mit Blitzesschnelle die Runde durch alle franzö-sischen und von Franzosen bewohnten Gebiete. Glückwunschdepeschenströmten zuhauf in der französischen Schweiz unter den Gefluchtetenhin und her, man umarmte und beglückwünschte sich bis dertraurige Schwindel entdeckt war. Ganz das Gleiche wiederholte sichzum drittenmal bei der Einnahme des Mont Avrou. Diese fandam 27., 28. und 29. Dec. statt. Auf den 1. Jan. hatte Gam-betta in Bordeaux sich eine große Huldigung veranstaltet. Hiersollten durch eine große Straßendemonstration alle die friedlichenVelleitäten seiner Collegen und anderer politischen Köpfe erdrücktwerden. Was geschah? Ein in der Nähe von Le Maus am31. Dec. niedergefallener Ballon hatte bereits die Nachrichten vom30. Dec. aus Paris über ganz Frankreich und Europa mittelst derfranzösischen Telegraphie verbreitet. Am 30. Dec. berichtet diefranzösische Telegraphie aus Le Maus die Einnahme des MontAvron durch die Preußen und die Niedergeschlagenheit, welche dieseThatsache in Paris verbreitet habe. Aber am 31. Dec. berichteteGambetta's Telegraphie'aus Bordeaux zunächst dieser Stadt und dannEuropa wie folgt:Der Augriff der Preußeu gegen Avron istglorreich zurückgeschlagen worden, 7000 bis 8000 Preußen todt.Am Abend gaben die Mobilen ein großes Concert. Paris ist ma-gisch, antik, neugeboren (raaZicius, anticius, röAsnörß) u. f. w."Gambetta hat nie erklärt, von wem ihm dieses Telegramm vonParis am 31. d. Abds. zugekommen. Die Blätter von Bordeaux durften erst zwei, drei Tage später die Depeschen vom 30. d. ausLe Mans veröffentlichen, welche den wahren Sachverhalt gaben.Inzwischen hatte Gambetta am 1. Jan. seine große Parade inBordeaux abgehalten, vom Balcon aus das Volk angeredet, sichzujauchzen lassen, und urdi st ordi verkündet-, daß Frankreich ihmallein sich anvertrauen wolle. Zu diesem Schauspiel bedürfte er