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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
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er auch nur eine einzige Andeutung seitdem vorgebracht, welche ihnzu einem Irrthum hätte berechtigen können. Während der Fahrtim Ballon hatte er so recht eigentlich die ganze Geschichte aus derLuft gegriffen. Und weßhalb gerade damals? Seine Erfindungenhaben stets einen bestimmten practischen Zweck. Zu seiner Ankunftaus Paris brauchte er eine starke Wirkung. Die Reise im Luft-ballon an sich war schon eine nicht zu verachtende Beigabe (be-zeichnend überhaupt das besondere Talent für die so geschickte Be-nützung dieses luftigen Wesens). Aber um die Dictatur in dieHände nehmen zu können, bedürfte es mehr als diesesPrestige."Er war gekommen, die Wahlen zu einer Nationalversammlung zuhintertreiben, welche die Regierung von Tours auf den 16. Oct.anberaumt hatte. Er war gekommen, um durch diese Hintertreibungseine Dictatur zu gründen. Hinter sich den zahlreicheren und an-geseheneren Theil seiner College« in Paris abgesperrt, vor sich nurden 75jährigen Crsmieux und die Glais-Bizoin genannte Null,öffnete sich ihm von der Höhe seines Windschiffes herab die Herr-schaft über ganz Frankreich , wenn er diesem zurufen konnte: Nurum Gotteswillen nicht die Nation jetzt durch Wahlen mitten inihrem Siegeslauf aufhalten! Darum erfand er diemit unsag-barer Freude" verkündete Durchbrechung der Pariser Linie. DiesemSystem ist er treu geblieben. Als er Tours räumen mußte, schämteer sich nicht nach Paris zu telegraphiren: die Regierung gehe nachBordeaux, um nicht die strategischen Bewegungen der Armee zugeniren" in demselben Augenblick, da Tours die weiße Flaggeaufzog, um nicht länger beschossen zu werden. Verhängnißvoll fürdie Loire -Armee ward sein Manöver Ende November, als er denGeneral Aurelles mit gefälschten Depeschen bestimmte, bei Orleans anzugreifen, weil, wie er verkündete, den Parisern der Durchbruchnach Süden gelungen sei. Die Nachricht von diesem Durchbruch