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Zur Naturgeschichte des französischen Krieges / Ludwig Bamberger
Entstehung
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der ersten. Drei Särge, mit Goldbroeat behängen, begleitet vvnallen erdenklichen Ceremonien der Auszeichnung und der Trauer,waren vom Hauptquartier nach Deutschland transportirt worden.Sie enthielten nach vertrauenswürdiger Angabe die Leichen desKönigs, des Kronprinzen und Moltke's. Nach und nach kamendie Angaben ins Schwanken; bald waren es nur zwei Särge, baldauch nur einer, bald war Friedrich Karl darin gebettet, baldMoltke. Als die drei absolut nicht todt sein wollten, ward derGroßherzog" vvn Nassau hineingelegt, der nicht bei der Armee undfolglich auch da nicht mit bloßem Auge sichtbar war. Das In-teressanteste aber an der ganzen Legende ist, daß sie höchst wahr-scheinlich von Gambetta selbst fabricirt wvrden, den wir, nach seit-dem abgelegten Proben, wohl solcher Leistungen für fähig haltendürfen. Ich weiß, daß er einem französischeil Deputirten ein Tele-gramm mit der Meldung von den drei Särgen zugeschickt hat.

Wer erinnert sich nicht noch des merkwürdigen Vorfalls beider Kapitulation von Straßburg . Noch am Tage nach der inganz Europa bekannten Uebergabe veröffentlichte die Regierung vonTours ein Telegramm ihres Consuls aus Basel (an den ThorenStraßburgs !), daß die Festung glorreich aushalte. Es ist un-möglich, alle einzelnen Fälle ähnlicher Natur aufzuzählen. Unver-geßlich in der Geschichte werden nur einige der ungehmerlichstenoffieiellen Lügen Gambetta's bleiben. So vor allen das berühmteRundschreiben an die Provinz, dessen Anfang man im Gedächtnißbehalten wird wie den Anfang berühmter Bullen:O'sst avscuns inäisidls Mg." Mit einer unsagbaren Freude verkündet dereben aus den Lüften niedergefahrcne Minister, daß die ganze Be-lagerungsarmee rund um Paris aus ihren Stellungen vertrieben,ihre Positionen von den Franzosen besetzt seien. Die ganze Cer-nirungslinie ist meilenweit zurückgeworfen und gelockert! Nie hat