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Erklärung mit großem Wohlgefallen anhören, und bezweifle nicht, daß auch inZukunft die Bank sich danach richten wird.
Was nun den Unterschied betrifft zwischen Wechseln, welche von großen,sehr solveuten Firmen trassirt und aceeptirt werden, und denen, welche der kleinereoder mittlere Verkehr dem Kapitalmarkte zuträgt, so kann man darüber ver-schiedener Meinung sein, welches von diesen beiden Papieren das solidere sei?Ich glaube allerdings, daß es allererste Firmen in Deutschland gibt, die unterallen Umständen ihre Unterschrift auch bei den größten Krisen einzulösen imStande sein werden. Daß ich aber, wenn ich Dirigent einer Bank wäre, beieiner ganzen Menge von Wechseln, die der kleine Waarenverkehr für seinen wirk-lichen Bedarf wegen reeller Trassirung, nicht zur Geldmacherei geschaffen hat,ebenso ruhig wäre, wie bei den Tratten der meisten großen Häuser, die voneinem Bankier auf den anderen gezogen werden, kann ich mit Bestimmtheit be-haupte», und darin wird mir vielleicht der Herr Bankpräsident nicht wider-sprechen. (Sehr richtig! links.)
Und dazu tritt noch Eines: die eigentliche Bestimmung diesem reellen,kleineren, weniger sich zu helfen im Stande seienden Verkehr zu dienen, wirdauch auf solche Weise besser erreicht. Ich glaube also, daß es garnicht schadet,wenn bei einem Zinsfuß, der unter dem der Bank steht, vielleicht eine Mengevon großen guten Wechseln nicht an die Bank, sondern in andere Hände gehen,und zeitweise die Bank weniger gute Geschäfte macht. Was der Nachtheil davonsein kann, wenn die (Zentralbank sich ruhig hält und nicht zu diskontiren sucht,außer unter den von ihr snr Jedermann und offiziell verkündeten Bedingungen,das habe ich auch aus den Erklärungen des Herrn Bankpräsidenten bis jetztnoch nicht entnehmen können. Ich will einmal annehmen, es käme bei unsvor, wie es lange Zeit in Frankreich der Fall war, wie es Jahre lang in Holland der Fall war, daß unfer Bankschatz höher stände, als unsere Notenemission,so würden unsere Bankaktionäre schlechte Geschäfte machen, sie hätten keinRecht, sich darüber zu beklagen und es kämen dann auch wieder bessere Zeiten,in denen sie wieder höhere Dividenden bekommen; aber für die Solidität unddie Dienste der Reichsbank wäre absolut kein Schaden geschaffen. Ich glaubealso, wenn man die Sicherheit des Instituts, den Sinn, in dem es geschaffenist, den Zweck, dem es wesentlich zu dienen berufen ist, vorzngsweife im Augebehält, so hat mau keinen Grund, sich irgendwie dagegeu zu wahreu, daß, seieues inländische, seien es ausländische Kapitalisten, dem Publikum zu einem Zins-fuß, der unter dem Banksatze ist, ihr Geld zur Verfügung stellen. Man kannganz ruhig Gewehr bei Fuß abwarten, bis wieder eine Zeit kommen wird, undsie wird kommen, wo man froh ist, wieder die Unterstützung der Bank zn haben,die in gutcu Zeiten ihre Kräfte gewahrt hat, um sie in schlechten Zeiten ver-werthen zu können. Ich glaube, der Herr Bankpräsident, mit dem ich michso oft schon in gemeinsamem Sinne über diese Dinge ausgesprochen habe, undder weiß, wie sehr mir der Gang der Dinge in ihrem besten Sinne am Herzenliegt, ich glaube, der Herr Bankpräsident wird mit mir darüber einig sein, undhier spreche ich sogar gegen das, was mir selbst angenehm sein könnte, ummeine Autorität zu stützen, die wahre Probe auf die Güte unserer Bankgesetz-gebung haben wir noch nicht gemacht. (Sehr richtig) Wir haben ein Bank-gesetz gegeben in der besten Absicht, so wohl durchdacht, wie wir es im Standewaren, so vorsichtig, wie man es konnte, aber die Zeiten waren noch nicht da,seitdem es geschaffen worden ist, die uns darüber belehren konnten, ob es inallen Punkten den Proben einer etwas schwierigeren Konjunktur entsprechen würde.Wir haben immer durch den Rückgang der Geschäfte oder durch audere Um-stünde, seitdem wir das Bankgesetz geschaffen haben, einen Geldüberfluß gehabt.