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lässig hinter ihr her, mit Verfolgungen, mit Berichtigungen.Nichts war auch ihm klein darin. Es ist belehrend, aus Buschzu sehen, wie die großen Blätter ununterbrochen mit des KanzlersIdeen gespeist wurden. Alle Künste kamen dabei zur Verwendung.Korrespondenzen aus Rom, aus Madrid, aus Wien oder ausDarmstadt wurden, mit allen Merkzeichen der Echtheit versehen,in der Wilhelmstraße fabrizirt. Wenn der Inhalt zu anstößigsür die großen respektablen Blätter war, entschloß man sich, sieeinem „entfernten Schandblatt", wie Busch es nennt, einzuflößen.Der Welfenfonds hatte einen breiten Rücken. Als einen derHöhepunkte des Treibens kann man die Episode vom Früh-ling 1877 bezeichnen (neben der von 1888), als Vismarck denHebel seiner beabsichtigten Demission, wie so oft früher undspäter, aber damals mit dem äußersten Nachdruck ansetzte. Wiewenig ernst es ihm damit im Grunde war, daraus kaun manaus den Erlebnissen des Jahres 1890 den Rückschluß machen.Busch druckt in dem ersten der drei englischen Bände sämmtlichedamals auf Bismarcks Anordnung veröffentlichten Artikel ausden „Grenzboten" wieder ab. Dieser Preßfeldzug wurde auchAnlaß, daß Busch, welcher fünf Jahre vorher in Ungnade gefallenwar (und Wohl nicht ohne Ursache), wieder zu Guaden auf-genommen wurde, des edlen Zweckes wegen. Mit Wonne schwelgter in der Beschreibung dieser rührenden Versöhnungsszene.Lothar Bucher arbeitet als einer der Hauptmaschiuisten mit. SeinFamulus Busch badet sich in dem giftigen Strom, der mit Vor-liebe gegen die Kaiserin Augusta, gegen alle der Wilhelmstraßeverdächtigen Personen losgelassen wird. Man muß ihu zügelu.„Gamaliel", so heißt der Kanzler in ihrer Zigeunersprache, findetdie Dosen hie und da zu stark; das Gift muß subtiler destillirrwerden. Ob Busch selbst an die Absicht der Demission geglaubthat, ist gleichgültig. Er besorgte sein Geschäft. Bucher warwohl gläubig. Sein menschenfeindlich mhstisches Wesen hattesich ganz sklavisch den Suggestionen seines mächtigen Herrnergeben. Geargwohnte Verschwörungen gegen denselben mitSchmähschriften zu bekämpfen, war ihm ein Genuß, wie einigeJahre später die Lancirung seiner anonymen Flugschrift gegenden bösen Cobdenklub und die ihm verlausten deutschen Frei-