Druckschrift 
Geschichte der seit dreihundert Jahren in Breslau befindlichen Stadtbuchdruckerey als ein Beitrag zur allgemeinen Geschichte der Buchdruckerkunst : Mit 4 Bildnissen und 4 erläuternden Kupferplatten / [Johann August Barth ; Hr. Geiser ; Hr. Paritius. Johann Ephraim Scheibel [Vorr.]]
Entstehung
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4 Geschichte der ers Leu Bresl. Buchdrackerey.

schlossnen Helm aber wiederum besagter Stamm befindlich. Den Titel ziert einviereckigter Holzschnitt, welcher die in einem Zimmer sitzende H e d wi g mit einemlangen Oberkleide darstellt. Das Haupt ist in einen langen Schieyer gehüllt undmit einem Nimbus versehen. Den Kopf deckt ein Fürstenhut. In der rechtenHand hält sie einen Rosenkranz, in der linken aber eine Kirche. Oben über ste-bet ein Wappen mit getheiltem Schilde, dessen rechte Seite ein rothes Feld miteinem weissen Queerbalken in der Mitte, die linke aber zwei schwarze Löwenmit aufgehabner rechter Vorderpfote und Schwänze in gelbem Felde vorstellt.Das Buch selbst hat viel schöne Holzschnitte, die Thaten der heiligen Hedwigvorstellend. Die Schreibart des Textes .scheint ein paar Jahrhundert älter zuseyn, als der Druck; der Verfasser aber ist ganz unbekannt. Die Orthographiedes Drucks ist vollkommen der Gewohnheit der damaligen Zeiten gemäss, nach-lässig und ungleich. Die Buchstaben haben die Form der alten Mönchsschrift.Man findet deren zweierlei, kleinere und grössere. Die kleinern gleichen unsrerSchwabacher Schrift; die grössern aber sind jetzt nicht mehr so gebräuchlich.Überdies findet man dabei einen grossen Mangel der grössern quadrirten An-fangsbuchstaben; denn nur blos auf dem ersten Blatte ist ein dergleichen grossesA befindlich, sonst aber sind sehr öfters im Buche selbst, hin und wieder zuAnfang eines neuen Satzes, wohl ein grosser viereckigter Platz gelassen, aberder darein gehörige Buchstabe von der kleinsten Schrift genommen. Das Formatist klein Folio. Nach der Signatur bestehet es aus A - M und AA - DD Ternen;EE Quaterne, a Terne, und b Duerne, zusammen aus 57 Bogen oder 114Blättern, ohne Custodes und Seitenzahlen, mit gespaltnen Columnen.

Von diesem Drucke gab es schon 1737 nur noch zwei compiette und eindefectes Exemplar. Das erste besitzt die Elisabetanische Bibliothek. Das anderebefindet sich in der Bibliothek der Herren Dominicaner zu St. Albrecht, so aberauf dem allerletzten Blatte mit dem erstem nicht übereinkommen soll. Dasletzte defecte Exemplar besass Hr. Runge, damaliger Prorector am Maria Mag-dalenischen Gymnasium; jetzt aber befindet es sich auf der Bibliothek der Her-ren P. P. Capuciner zu Breslau . In diesem Abdrucke finden sich die in demoben angeführten Exemplare fehlenden grossen Anfangsbuchstaben, roth gemahlt.

Als