Druckschrift 
Deutschlands Volkswohlstand 1888 - 1913 / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
110
Einzelbild herunterladen
 

110

Für die Schätzung des städtischen Bodenwertes fehlenbei der Vielgestaltigkeit der städtischen Bodenpreise aus-reichende Grundlagen. Die vorliegenden Veranschlagungengehen weit auseinander; sie bewegen sich etwa zwischen20 und 50 Milliarden Mark. Auf den letzteren Betrag kommtdie Schätzung Steinmann-Buchers hinaus, der für die Stadt-gemeinde Berlin allein einen Bodenwert von 78 MilliardenMark annimmt. Von der Gesamtbodenfläche Berlins imAusmass von 6350 ha entfallen auf Wege, Bahnen, öffent-liche Anlagen, Wasserflächen etc. 2574 ha, die also für eineBerechnung des Bodenwertes nicht in Betracht kommen.3776 ha sind bebaut oder Baugrund; um für diese Flächeauf einen Wert von 78 Milliarden Mark zu kommen, müssteder Wert eines Hektars sich durchschnittlich auf mehr als2 Millionen Mark stellen, die Quadratrute also mit etwa3000 Mark auskommen. Ein solcher Wert ist, trotz der umein Vielfaches höheren Preise, die im Innern der Stadt undin besonders bevorzugten Lagen gezahlt werden, zweifellos zuhoch. Wenn man sicher gehen will, wird man den durch-schnittlichen Wert der Quadratrute Nettobauland für Berlinauf 16002000 Mark annehmen. Lässt man im übrigendas der Steinmann-Bucherschen Schätzung zugrunde liegendeVerhältnis zwischen dem Wert des Berliner Wohnbodensund dem städtischen Bodenwert des gesamten Reichsgebietsgelten, so kommt man für letzteren auf einen Betrag vonetwa 30 Milliarden Mark (statt 50 Milliarden Mark).

Die land- und forstwirtschaftlich benutzte BodenflächeDeutschlands beträgt 50 Millionen Hektar. Davon entfallenetwa 26,4 Millionen Hektar auf Acker- und Gartenland undWeinberge, rund 6,0 Millionen Hektar auf Wiesen, 2,7 Mil-lionen Hektar auf Weiden und Hütungen, rund 14,0 MillionenHektar auf Forsten und Holzungen. Bei dieser Verteilungerscheint ein Ansatz von durchschnittlich 800 Mark für den