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Deutschlands Volkswohlstand 1888 - 1913 / von Karl Helfferich
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Daraus ergibt sich also ein Stillstand, ja sogar einkleiner Rückgang des landwirtschaftlichen Teiles der Be-völkerung bei einem gleichzeitigen starken Anwachsen derauf die Industrie (einschl. Bergbau und Baugewerbe), sowieauf Handel und Verkehr entfallenden Bevölkerung.

Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung steht dieVerschiebung in den Bevölkerungsverhältnissen des plattenLandes und der Städte. In Städten mit mehr als 20 000Einwohnern lebten

1885: 8,6 Mill. Menschen = 18,4% der Gesamtbevölkerung1910: 22,4 Mill. Menschen = 34,5% der Gesamtbevölkerung

Die Einwohnerzahl der Grossstädte mit mehr als 100000Einwohnern, deren Anzahl von 21 im Jahre 1885 auf 48im Jahre 1910 gestiegen ist, betrug

1885: 4,4 Mill. Menschen = 9,4% der Gesamtbevölkerung1910: 13,8 Mill. Menschen = 21,1 % der Gesamtbevölkerung

Dass das Hinübergleiten des Schwerpunktes der Be-völkerung von dem Lande nach den Städten, von der Land-wirtschaft nach der Industrie und dem Handel seine Schatten-seiten hat, ist allgemein bekannt und wird von niemandembestritten. Aber ebensowenig darf man übersehen, dassallein die Ausdehnungsfähigkeit unserer Industrie und unseresHandels die Möglichkeit bot, dem gewaltigen Volkszuwachsauf deutscher Erde Arbeit und Brot zu verschaffen, uns vordem Elend der Uebervölkerung zu bewahren und das natür-liche Wachstum der Bevölkerung zu einer Quelle wachsen-den Wohlstandes zu machen.

2. Die Technik.

Die gesamte wirtschaftliche Arbeit geht darauf aus, dieäussere Natur den Bedürfnissen des Menschen dienstbar zumachen. Das gilt ebenso von der primitivstenokkupato-