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erfolges zu ziehen. Sollte die gleiche Methode nicht auchauf die Gesamtheit der Volkswirtschaft anwendbar sein?
An Versuchen nach dieser Richtung hat es nicht gefehlt.Aber keiner hat bisher zu einem befriedigenden und unbe-zweifelbaren Ergebnis geführt. Denn es fehlt, trotz dergrossen Fortschritte der wirtschaftlichen Statistik, an denVoraussetzungen für die Aufmachung einer korrekten undvollständigen Bilanz: an der genauen Inventaraufnahme undan der die Gesamtheit der Volkswirtschaft umfassendenBuchführung. Die Folge ist, dass an die Stelle der exaktenzahlenmässigen Feststellung in grossem Umfang die Schätzungtreten muss, an die Stelle der genauen Wertermittlung dieaus mehr oder weniger unsicheren Anhaltspunkten abgeleiteteBerechnung; dass grosse Lücken durch einen Griff aufsGeratewohl ausgefüllt werden müssen, und dass wir in denEndergebnissen nur Annäherungswerte erzielen, deren Fehler-grenzen recht weit gezogen werden müssen. Und dochlohnt der Versuch der Mühe, wenigstens zu einer ungefährenVorstellung des Gesamtumfanges unseres Volkswohlstandesund seiner Entwicklung zu kommen. Denn die einheitlicheZahl gibt, auch wenn sie innerhalb eines weiten Spielraumsgerundet ist, wenigstens für den Vergleich mit dem, wasfrüher war oder was anderwärts ist, ein sinnfälligeres Bild,als eine lange Kette noch so exakter Einzelangaben.
1. Das deutsche Volkseinkommen.
Eine verhältnismässig zuverlässige Grundlage bilden dieErgebnisse der Einkommensteuern. Allerdings sinddiese in den einzelnen Bundesstaaten nach verschiedenenSystemen durchgeführt, so dass die Ergebnisse nicht ohneweiteres miteinander verglichen oder zur Erzielung einesGesamtergebnisses einfach zusammengerechnet werden