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vermehrt, die im Deutschen Reich gegen Feuer versichertenMobilien und Immobilien sogar von 117,3 auf 210,4 Mil-lionen Mark, also um nahezu 80 %. Setzt man etwa einViertel dieser Zunahme auf Rechnung der schärferen Ver-anlagung und der vollständigeren Versicherung, so würdesich die aus diesem Gradmesser ablesbare Zunahme desVolksvermögens von 1895/96 bis 1910/11 auf 50—60%stellen. Auf der Basis von 200 Milliarden Volksvermögenim Jahre 1895 ergibt sich also für 1910/11 ein Volksver-mögen von 300 bis 320 Milliarden Mark. Dieses Ergebnissteht in guter Uebereinstimmung mit dem oben auf Grundder beiden verschiedenen Methoden für die Jetztzeit er-rechneten Betrage von 290 bis 330 Milliarden Mark. Da-gegen erscheint die Steinmann-Buchersche Schätzung, diebereits für 1908 auf ein Volksvermögen von 350 MilliardenMark hinauskam, etwas zu hoch gegriffen.
Unsere Schätzung des deutschen Volksvermögens auf290 bis 320 Milliarden Mark ergibt einen Durchschnitts-satz für den Kopf der Bevölkerung von 4500 bis4900 Mark.
Die letzte methodische Veranschlagung für Frankreich(Edmond Théry) ergibt für das Jahr 1908 287 MilliardenFrancs = 232,5 Milliarden Mark, gegen 243 MilliardenFrancs = 200,8 Milliarden Mark für das Jahr 1892. Aufden Kopf der französischen Bevölkerung kam hiernachim Jahre 1908 ein durchschnittliches Vermögen von 7 314Francs = 5 924 Mark. In der Summe des Volksvermögenshat also Deutschland seit den neunziger Jahren Frankreichbeträchtlich überholt. Dagegen ist Frankreich an durch-schnittlichem Vermögen pro Kopf der Bevölkerung uns nochüberlegen.
Für England bewegen sich die Veranschlagungen um230 bis 260 Milliarden Mark = 5100 bis 5800 Mark pro Kopf.