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ist jedenfalls bedeutend überschätzt worden, indem manvon den Ausnahmeverhältnissen in den rasch zunehmen-den Grossstädten ausging. In den Mittel- und Kleinstädtenhat ein nennenswerter „unverdienter Wertzuwachs“ nur inganz beschränktem Umfange stattgefunden, und auf demplatten Lande ist die Wertsteigerung des Grundbesitzes, wosie eingetreten ist, zum überwiegenden Teil auf Melio-rationen und rationellere Bewirtschaftung zurückzuführen.Ein durchschnittlicher Satz von1½ bis 2% auf den oben auf70 Milliarden Mark veranschlagten Bodenwert, also etwa1 bis 1½ Milliarde Mark, die in Rücksicht auf den automatischenWertzuwachs sonstigen Besitzes vielleicht um eine halbeMilliarde erhöht werden kann, dürfte besser mit den Tat-sachen im Einklang stehen. Es würden dann zurzeit etwa8—8½ Milliarden Mark pro Jahr auf die erarbeitete Zu-nahme des Volkswohlstandes kommen.
Es erübrigt sich die Bemerkung, dass der zahlen-mässige Ausdruck der Entwicklung des Volksvermögens unddes Volkseinkommens, selbst wenn die Grundlagen für dieBerechnungen zuverlässiger wären, als sie leider sind, keinemathematische Genauigkeit beanspruchen kann. Die Wertedes Vermögens und Einkommens sind in diesen Zahlen aufdas Geld zurückgeführt, auf den einzigen einheitlichen Nenner,der uns für wirtschaftliche Werte zur Verfügung steht. DerWert des Geldes selbst aber ist bekanntlich keine unbedingtgleichmässige Grösse; so mag vor allem die Frage offenbleiben, ob nicht der Wert des Geldes im Laufe der Zeit,die dieser Betrachtung zugrunde liegt, eine Verminderungerfahren hat, eine Annahme, für die namentlich die allge-meine Steigerung der Preise als Argument angeführt wird.Daraus würde sich eventuell eine in ihrem Umfange nichtgenau festzustellende Berichtigung der in der obigen Dar-stellung enthaltenen Zahlen ergeben. Diese Berichtigung