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Versagt hatte. Aber mit dieser unbequemen Thatsache findet siehHerr Dr. Arendt sehr leicht üb. BimetaUistisches Credo ist nuueinmal der Satz, dafs ein bimelallistisches System nicht versagenkiiiiu, da es aber in England in einer nicht wegzuleugnendenWeise versagt hat, darf ein bimetallistisches System in England überhaupt nicht bestanden haben. Stolz sehreibt Herr Dr. Arendt:„In Frankreich wurde 1803 die Doppelwährung mitder Relation von 1 : 15,r, definitiv eingeführt. Diese Rela-tion wurde seitdem als Pari zwischen Silber und Goldbetrachtet, nicht, weil sie das absolut Richtige traf, nein,wir sind im (Jegentheil tiberzeugt, hätten die französischen Gesetzgeber 1 :15 oder 1 : l(i als Relation gewählt, dieshätte dieselbe Wirkung ausgeübt. Was hier das Grund-legende war, das ist, dafs mau hier zuerst dieIdee des Bimetallismus zur Ausführung brachte.Relationen hatte es schon mannigfach gegeben, abernoch nie hatte ein grofser Staat seine Münz-stätten beiden Metallen geöffnet, noch nie hatteein solcher für jedes der beiden Metalle die ganzeKaufkraft seiner Valuta engagirt."Herr Dr. Arendt beliebt zu übersehen, dafs England , gewifsein grofser Staat, und auf dem Edelmetallmarkt geradezu aus-schlaggebend, bereits lange vor Frankreich „die Idee des Bime-tallisnms" verwirklicht hatte, dafs es bereits seit dem Jahre 1666seine Münzstätten unentgeltlich beiden Metallen geöffnet, und dafses „für jedes der beiden Metalle die ganze Kaufkraft seiner Valutaengagirt" hatte. Seine mit aller Sicherheit aufgestellte Behaup-tung entspricht also ebensowenig den Thatsachen, wie die obengekennzeichneten Darlegungen Dana Horton's. Weil aber dieenglische Doppelwährung nicht die von den Bimetallisten behaup-tete Wirkung hervorgebracht hat, weil vielmehr gerade durch dasVersagen dieser Doppelwährung England zur Goldwährung als dereinzigen Möglichkeit eines gleichzeitigen und zweckdienlichen Um-laufs von Gold- und Silbergeld mit logischer und historischerNotwendigkeit gedrängt wurde, deshalb hält mau es für auge-zeigt, diese Doppelwährung einfach wegzuleugnen; das nennt mandann eiue „wissenschaftliche" und „ehrliche" Geschichtsschreibung!