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liehen oder gesetzlichen Uebergang einer Reihe der wichtigstenStaaten zur Goldwährung sofort eine entsprechend gesteigerteNachfrage fand, beschränkte sie eben dadurch gleichzeitig dieSilberverwerthung. Die seit 1870 von 2 Millionen auf 5 Millionengesteigerte Silberproduktion konnte deshalb in monetärer Hinsichtnicht nur unmöglich ein entsprechend erweitertes Absatzfeld finden,sie mul'ste im Gegentheil auf ein verkleinertes Absatzfeld wirken,und dadurch wurde der Preisrückgang des Silbers so ausserordentlich
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stark. Jetzt aber, nachdem in der währungspolitischen Entwickelungsowohl als auch in der Steigerung der Silberproduktion ein ge-wisser Stillstand eingetreten ist, ist der Silberpreis wieder zu einerverhältnifsmälsigen Festigkeit gelangt, auf etwa 31 d gegen 61 dvor Beginn der grol'sen Umwälzung in den Währungs Verhältnissen,und es ist Aussicht vorhanden, dafs sich der Silberpreis auf dieserdurch die neuen Verhältnisse bedingten Höhe ohne grofse Schwan-kungen erhalten wird, falls nicht durch künstliche Mafsnahmenund währungspolitische Quacksalbereien der Silbermarkt wieder inspekulative Unruhe versetzt wird.
Wer einmal den wahren Gang der Währungsgeschichte unddie Gesetze, nach denen er sich vollzogen, erkannt hat, der istein für alle Mal gefeit gegen alle bimetallistischen Sophistereien,der wird nicht den Versuch unternehmen oder mit den A T ersuchensympathisiren, welche die währuugspolitische Entwickelüng zurück-schrauben wollen. Die biinetallistische Theorie ist durch dasVersagen aller Doppelwähruugsversuche, welche jemals gemachtworden Bind, widerlegt; und alle Versuche, dem Silber wieder zueiner Rolle zu verhelfen, welche es definitiv ausgespielt hat, müssenmit derselben Notwendigkeit scheitern, mit welcher die Kultur-welt zur Goldwährung geführt wurde.
Druck von Leonhard Simion in Btriia BW