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bereits gelungen, den Goldwerth des Rubels ziemlich stabil zuerhalten.
Man mag zu der Währungsfrage stehen wie mau will, dieThatsache dieser Entwickelung läfst sich nicht in Abrede stellenund die Bedeutung dieser Entwickelung kann kaum hoch genugangeschlagen werden. Die Währungsfrage selbst, wie sie gegen-wärtig im Vordergrund des Interesses steht, läfst sich nur danngebührend würdigen, wenn mau die Gründe kennt, welche zu dieserEntwickelung geführt haben. Die Vortheile und die Nachtheileder Goldwährung, ihre Nothwendigkeit oder ihre Ueberflüssigkcitläfst sich nur dann vollkommen beurtheilen, wenn mau die tiefereuGründe jener gewaltigen Entwickelung kennt, welche die Gold-währung über die gesammte Kulturwelt ausgedehnt haben. Esfragt sich, ob diese Entwickelung mit Nothwendigkeit aus denwirtschaftlichen Bedürfnissen der Menschheit hervorgegangen ist,oder ob es ein grofser Irrthum ganzer Völker war, welcher dieWelt iu verkehrte Bahnen trieb, auf denen eine Umkehr nichtrasch genug erfolgen kann.
II.
Die Birnetallisten, welche die Goldwährung bekämpfen unddie „Rehabilitation des Silbers" anstreben, müssen natürlich vonvornherein die Entwickelung der Währungsverhältnisse, welchesich in unserem Jahrhundert, namentlich innerhalb der letzten25 Jahre, vollzogen hat, höchst unvernünftig finden. Sie behauptet),dafs die Existenz der Goldwährung und die „Aechtung des Silbers"die wirthschaftlichen Iuteressen der ganzen Menschheit schwerschädige, und mit dieser Ansicht ist natürlich der Gedanke un-vereinbar, dafs die Goldwährung mit Nothwendigkeit aus denwirthschaftlichen Bedürfnissen der Kulturwelt hervorgegangen sei.Demgemäis kommen bimetallistische Schriftsteller, welche dieWähruugsgeschichte oder einzelne Theile derselben behandeln, zudem Ergebuil's, die Einführung und Ausbreitung der Goldwährungsei verursacht durch deu falschen Doktrinarismus, oder gar durchselbstsüchtige Gewinnsucht eiuzeluer, und sie sei ermöglichtworden durch eine völlige Verblendung und Unwissenheit dergrofsen Masse.
Ich will in aller Kürze die Geschichte der Goldwährungskizziren, wie sie von Seiten der Doppelwährungsfreuude in einer