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Zur Geschichte der Goldwährung / von Karl Helfferich
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müssen. Es stellt also zu erwarten, dafs sich in Rufsland derüebergang zur Goldwähraug programmgemäfs vollziehen wird,und dal's auf diese Weise auch Hul'shind bald zu dem Kreise derGoldwähmngeländer gehören wird.

Für unsere Bimetallisten ist das natürlich höchst unangenehm,denn einmal sind ihre kühnen Behauptungen üher Rufslandswährungspolitische Absichten gründlich Bügen gestraft, und aul'ser-dem verlieren sie an der russischen Papierwährung einen ihrerllauptagitationsstoffe gegen die deutsche Goldwährung.

Aus welchen Gründen die Bimetallisten Ruislauds Uebergaugzur Goldwährung erklären werden, darauf kann man nach demVorausgegangenen wirklich gespannt seiu. Bis jetzt haben sichdie himctallistischen Wortführer, welche sonst mit grofser Prompt-heit zur Stelle sind, den russischen Plänen gegenüber ganz un-gewohnt stumm und reservirt gehalten. Es scheint, dafs es ihnennoch nicht ganz gelungen ist, diese neueste Nufs zu knacken. Bissie auch hier das erlösende Wort gefunden, können wir uns einst-weilen ruhig der Ueberzeugung hingeben, dafs Rufslands lange und

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gründliche Erfahrungen mit einer schwankenden Papierwährungnicht die von den Bimetallisten behauptete Bevorzugung der In-dustrie und namentlich der Laudwirthschaft durch eine unter-werthige Valuta ergeben haben; dafs vielmehr auch die russische

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Begicrung der Ansicht ist. dafs sulide AYährungsverhältnisse eine

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der ersten Vorbedingungen für das wirtschaftliche Gedeihen sind,

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und dafs ferner die einzige Gewähr für solide und befriedigendeWährungsverhältnisse die Annahme der Goldwährung ist.

IX.

Nachdem wir die Kntstehuug der Goldwährung für jeden ein-zelnen der gröfseren Staaten gegenüber den bimetallistischenLegenden klargestellt haben, nachdem wir in jedem einzelnenFalle nachgewiesen haben, dal's nicht doktrinäre Verblendung,Dummheit und Schlechtigkeit zur Goldwährung geführt haben,sondern eine vernünftige und notwendige Eutwickelung, erübrigtes uns noch, in kurzen Worten den grofseu und allgemeinen Kernder währungspolitisehen Bntwickelung unseres Jahrhunderts zu-sammenzufassen.

Wir stellen dabei den unbestreitbaren Satz voraus, dafs das