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Staaten lies lateinischen Müuzbuudes. Das bimetallistische Systemist in beiden Fällen verkracht, weil die praktischen Vorzüge einesGeldumlaufes mächtig genug waren, um die Allgemeinheit für dieAufrechterhält ung des Geldumlaufs zu gewinnen, weil aber an-dererseits das bimetallistische System uicht die Garantie für einengleiehy.eitigen und zweckentsprechenden Umlauf der beiden Edel-metalle bieten konnte.
Dabei war der Gesichtspunkt der Werthbeständigkeit desGeldes nicht ohne Einflufs. Sowohl England als Frankreich warenim Laufe der Zeit durch die thatsächliche Entwickelang ihrergesetzlichen Doppelwährung von selbst zu einem überwiegendenund fast ausschliefslichen Goldumlauf gelangt. Für alle diejenigenStaaten, welche mit bewufster Absicht zur Goldwährung über-gingen, legten sich die Rücksichten auf eine Werthveränderuugdes Ueldes gebieterisch von selbst auf. Jede Ueberstürzung inder Ausbreitung der Goldwährung findet einen Damm au den
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Folgen einer Goldvertheuerung, namentlich au den Schwierigkeitender Goldbeschaffung selbst. Es ist also durch die Natur der wirth-schaftlicheu Gesetze, welche hier in Frage kommen, dafür gesorgt,dal's die währungspolitisehe Entwickeluiig nicht auf eine Zerstö-rung der Werthbeständigkeit des Ueldes, namentlich nicht aufeine Goldvertheuerung hinauskommen kann. Wäre das uicht derFall, dann hätten schon längst die praktischen Vorzüge des Gold-umlaufs zur allgemeinen Annahme der Goldwährung geführt. Soaber findet die Ausdehnung der Goldwährung ihre Schranken audem für Gehlzwecke verfügbaren Goldvorrath, während andererseitsjede erhebliche Yergröfserung dieses Goldvorrathes auf eine weitereAusdehnung der Goldwährung hinwirkt. Die gesteigerte Goldgewin-
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nung zu Ende des 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts,namentlich die brasilianischen Goldfunde dieser Zeit, haben Anteilan der Einführung der Goldwährung in England . Die kolossale Gold-prodnktion in Kalifornien und Australien seit 1848 hat Frankreich mit Belgien und der Schweiz. Deutschland mit den Niederlandenund den skandinavischen Staaten, und auch den Vereinigten Staaten von Amerika zur Goldwährung oder wenigstens zur Goldvalutaverhelfen: und die enorme Steigerung der Goldproduktion in denletzten Jahren wird nicht verfehlen, die Goldwährung, wo sie be-reits besteht, zu befestigen, und wo sie noch nicht besteht, z. B.in Oesterreich-Ungarn und Rufsland, wird sie zweifellos deren Ein-