»Inseln im Meer des Beliebigen«93pädische Auftrag heute bereits zu bewältigen ist. Die Hürden, die imVerbund deutscher Bibliotheken, Archive und Universitäten noch ge-nommen werden müssen, sind weniger technischen als organisatorischenUrsprungs. Drei Aspekte stehen dabei im Vordergrund:(1) Schaffungeines zentralen Internet-Portals, das einen fachübergreifenden Zugriffauf vorhandene digitale Drucke ermöglicht;(2) Synchronisation und E-valuation laufender beziehungsweise zukünftiger Digitalisierungsprojekteauf Basis eines zu erstellenden, verbindlichen>Kriterienkatalogs<;(3) Pla-nung und Prioritätensetzung der Digitalisierung historischer Bibliotheks-und Archivbestände im Rahmen eines nationalen Gesamtkonzepts.45In Erweiterung der so genannten Sondersammelgebiete stellt dasKonzept der Virtuellen Fachbibliothek zweifellos die wichtigste Alterna-tive dar, potentielle Nutzer mittels»qualitätsgesicherte[r] Erschließungs-und Zugangssysteme« über einschlägige Ressourcen wie digitale Samm-lungen zu informieren.46Angesichts der zunehmenden Spezialisierungder Einzelwissenschaften ist vor allem die Virtuelle Fachbibliothek dasprobate Mittel,»dem Benutzer einen einigermaßen umfassenden Nach-weis der in Deutschland verfügbaren digitalen Bestände geben und ihmden Zugriff darauf ermöglichen« zu können.47Ebenso unerlässlich wiedie einheitliche Anwendung technischer und methodischer Standards,welche die nachhaltige Nutzung solcher Gesamtsysteme garantieren, er-fordert der Aufbau Virtueller Fachbibliotheken die Synthese von biblio-thekarischer, fachwissenschaftlicher und technologischer Kompetenz.Allein die aktive Zusammenarbeit zwischen Informationsanbietern, Nut-zern und Systemkonstrukteuren kann ein Angebot schaffen, das die In-teressen aller Beteiligten zu berücksichtigen vermag.Dem weltweit aktiven Forschungszweig>Jüdische Studien< würde einenationale wie internationale Initiativen synchronisierende Fachbibliothekunschätzbare Dienste leisten. Eine solche Virtuelle Forschungsbibliothekwäre in der Lage, sämtliche Zeugnisse jüdischer Tradition in sich zu ver-einen historische, literarische und wissenschaftliche Primärtexte, musi-kalische oder grafische Quellen sowie Nachlässe jedweder Provenienz.Darüber hinaus könnten Enzyklopädien, Nachschlagewerke, Bibliogra-phien, Kataloge und Verzeichnisse, aber auch Wörterbücher und Perio-dika zur Verfügung gestellt werden. Die hierzu erforderlichen, interna-American Heritage Projectder Library of Congress(<http://sunsite.berkeley.edu/amher/>(22.1.2004).45Die Erschließung und Bereitstellung digitalisierter Drucke, S. 2, 5 u.ö.(Fußnote 5).46Ebd., S. 6. Vgl. die Hompage derVirtuellen Fachbibliothek<http://www.virtuellefachbibliothek.de/>(22.1.2004).47Die Erschließung und Bereitstellung digitalisierter Drucke, S. 8.(Fußnote 5).
Aufsatz in einer Zeitschrift
"Inseln im Meer des Beliebigen" : Architektur und Implementierung eines Internetportals Deutsch-jüdische Periodika
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten