80Schicketanz/HeiligenhausSofern das Corpus eine tiefere Erschließungsebene erfordert oder dieentsprechende Nachfrage besteht, sollten sich Digitalisierungsvorhabennicht darauf beschränken, Quellen als>Loseblattsammlungen< anzubie-ten. Eine wichtige Vorgabe, die die Attraktivität eines Digitalisierungs-projekts sichert, besteht bekanntlich darin, dass die Effizienz desZugriffs auf das Textcorpus die hergebrachten Möglichkeiten des Buchsoder der Mircoform übersteigen sollte. Dies betrifft vor allem die Re-cherchemöglichkeiten.5.Keinesfalls wollen die Nutzer bei jeder neuen Fragestellung immer wie-der eine Unzahl von Grafiken nach den gesuchten Materialien durchsu-chen eine mühsame und zeitraubende Prozedur, die schon die Arbeitmit Microfilmen oder papierenen Vorlagen erschwerte. Die Minimaler-wartung der Benutzer besteht selbstverständlich darin, die den analogen>Originalen< entsprechenden digitalen>Kopien< einsehen zu können.Darüber hinaus will der User direkt auf zugehörige bibliographischeKerndaten zugreifen sowie in den digitalen Volltexten recherchieren. Alsseparater Produktionsschritt, der von der Einspeisung der Grafikenebenso wie von der Erfassung der Volltexte getrennt werden sollte, magdie Erschließung der bibliographischen Daten relativ unaufwändig undunproblematisch sein allerdings nur, sofern es sich um Monographienhandelt: Hinter einem eindrucksvollen Archiv von abertausend Seitenverbergen sich oft nur einige Hundert Titelaufnahmen, die eventuelllängst erfasst wurden oder kurzfristig katalogisiert werden können.34Dienormkonforme Katalogisierung unselbstständig erschienener Literaturerfordert hingegen einen weitaus höheren Arbeitsaufwand, den ange-sichts chronischer Ressourcenverknappung kaum noch eine Bibliothekaufzubringen im Stande ist. Möglicherweise wird man in Zukunft wenig-stens die Titel des laufend in Fachzeitschriften, Jahrbüchern und Sam-melwerken erscheinenden Schrifttums digital erfassen können unter34Vgl. das>Schwesterprojekt< vonCompact Memory, das digitale ArchivJiddische Druk-keder Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt a. M. unter der folgenden Adresse:<http://www.literatur-des-judentums.de>(22.1.2004) sowie die Dokumentation vonRachel Heuberger: Die Bestände der Judaica-Sammlung auf dem Weg ins Internet.Zwei Digitalisierungsprojekte an der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt a. M.In: Tribüne 39/154(2000); vgl. folgende Adresse<http://www.stub.uni-frankfurt.de/publikationen/tribuene.htm>(22.1.2004).
Aufsatz in einer Zeitschrift
"Inseln im Meer des Beliebigen" : Architektur und Implementierung eines Internetportals Deutsch-jüdische Periodika
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