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Versuch Von Wesen des Geistes Oder Grund-Lehren, So wohl zur natürlichen Wissenschafft als der Sitten-Lehre : Jn welchen gezeiget wird, daß Licht und Lufft ein geistiges Wesen sey, und alle Cörper aus Materie und Geist bestehen, auch in der gantzen Natur eine anziehende Krafft, in dem Menschen aber ein zweyfacher guter und böser Geist sey / Auffgesetzet und allen Wahrheit liebenden zur Prüfung übergeben Von Christian Thomasen
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_ Versu ch von dem Wesen

l'K. 26. Weil aber diese Anmerckung/ soleichteste sonsten zu begrciffen ist/ insgemein vondenen neuen ?KiIo5oxKi5 ^) selten przÄiciretwird/ so dnrffniKn sich auch nicht wundern/wennsie GOtt zu einem künstler und seine Geschöpftezu K^I-lmen machen / a) da es hingegen solteumbgekehret seyn und sie betrachten sotten / daßalle künstler biener derNatur waren/und ihreWerckzeuge und Gemachte/ so künstlich sie auchseyn / sehr geringe und unschMckhaffte abbil-qungen derNatur.

-7.

Verachtung derKünsie ungütig auff/und ziehen dancn-hcro die Vertheidiger dcrersclben/als Verächter gu-ter Künste und Wissenschafften durch/oder hcissen siewohl gar Enthusiasten/ zumahl wenn diese Erinne-rungen thun/ daß man sich hüten solle vor denen Ver-führungen des thätigen Verstandes.?) Auch die altsn Philosoph« haben diesen Irrthumb be-gangen/ daß sie die Natur nach den Regeln der Kunstgerichtet. Dahero entstehet der Jrrlhnmb/daß diewürckcnde Ursache (causa cKcie-is) eine äußerlicheUrsache sey. lind hieraus haben auch die Cartesianer

ihren Irrthumb cie torinii accillenralibus gcnommelu

Man hat nemlich an beyden Theilen sich allzusehran den Kunststücken der Menschen vergaffet/und Wa-re viel besser gefahren wenn man in derNatur zeaussdas Gewebe der Seiden-Wurme gesehen hatte.2) Dahero ist nichts ungcwnliches/ daß man vorgicbt/Gott habe sich vorgenommen die Welt nach denenGesetzen McchanischerKünsie / znschaffcn: DasHcr-tze sey einxer^stuum mobile. IjcVlutundPulß-

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