Druckschrift 
Versuch Von Wesen des Geistes Oder Grund-Lehren, So wohl zur natürlichen Wissenschafft als der Sitten-Lehre : Jn welchen gezeiget wird, daß Licht und Lufft ein geistiges Wesen sey, und alle Cörper aus Materie und Geist bestehen, auch in der gantzen Natur eine anziehende Krafft, in dem Menschen aber ein zweyfacher guter und böser Geist sey / Auffgesetzet und allen Wahrheit liebenden zur Prüfung übergeben Von Christian Thomasen
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

des Geistes -. Hauptstück.

25

^ ^.4- Was ein leidendes Wesen ist/daskan ftir sich nichts thun. 6)

B 5 l'K.f.

Leiden/ als einander entgegen gesetzte Eigenschafften/auch zwey entgegen gesetzte Dinge erfordern/ dererEigenschafftcn sie seyn. Hieher gehöret/ was unserHerr rroli-tlor Hoffmann gar schön schreibet in seine«Grund-Sätzen der ^e<i!c!n im?ten Cap.n. ^.e. Dieötzrcrie, wenn sie gleich auch noch so subtil oder auff'das subtileste getheilet ist/ bleibet doch ein pur leiden-des Ding/ und kan ohne einen thätigen Geist und denersten Beweger nicht einmahl eine schlechte Bewe-gung / geschweige denn eine ordentliche würcken«Wolte man nun gleich vorgeben/es Ware gleichwohl

alle Klaterle (i.)inder That etwas (msrerism e/ls

ens sÄu) (s.) tönte auch eine jede ^srerle gezwunge-

ncl"Wcise etwas thun (materism JFere coaKc, )so karrdoch auff solche Einwürffe auch ein Anfänger in derPhilosophie gar leicht antworten, 1-Daß ein grosserUnterscheid sey /unter einem Dinge/dnß in der Thatetwas ist/ und unter einem tyätigcnDinze/ (inter ensAÄu Sc SÄUM 5eu ens.lÄivum) 2. Daß gezwungener

Weise etwas thun und leiden f coa^s -lZere s.' psri)

nicht mehr unterschieden seyn/als z. e. ein Bär undein unvernünffliges Thier.

^) Dieser Satz fliesset aus den vorhergehenden. Deswe-gen gestehen auch die neuern Philosophi/ daß derütareric eine bewegende Krafftvon Gott zugegeben/ey/ welcher sie nicht vonnothen hätte/wenn sie vorsich was thun tönte.

^