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Versuch Von Wesen des Geistes Oder Grund-Lehren, So wohl zur natürlichen Wissenschafft als der Sitten-Lehre : Jn welchen gezeiget wird, daß Licht und Lufft ein geistiges Wesen sey, und alle Cörper aus Materie und Geist bestehen, auch in der gantzen Natur eine anziehende Krafft, in dem Menschen aber ein zweyfacher guter und böser Geist sey / Auffgesetzet und allen Wahrheit liebenden zur Prüfung übergeben Von Christian Thomasen
Entstehung
Seite
159
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des Geistes 7. Hauptstück. 159

Thieren zwey unterschiedene Geister oder See-len seyn/ weil zwey unterschiedeneKrafflewa-ren-, So würde ich dir anfänglich nur dieses zubedenckcn geben/ daß nach deinen Schluß in al-len Corpcrn/die unterschiedliche Theile oder or-^anz haben/nicht nur zwey/sondern so viel Gei-ster als unterschiedene »rMnz oder Werckzeugedes Leibes sind/seyn müsten.

^n.92.Dcnnes ist z.e.eine ander Krafftin den Thieren mitden Augen zu sehe»/eine an/^dere mitden Ohren zu hören u. s. w. eine andre ^in dem Munde die Speise zu kauen / eine andrein der Gurgel sie zu verschlingen/ eine andre indem Magen zu verdauen u.s. w. eine andre inden Handen zu greiffen/ eine andre in den Füs-sen zu gehen u.sf. Und gewiß/wenn ein Thiermehr als einerley Seele haben soll/ wird e6viel vernünfftiger seyn/ Ihm so viel Seelen zugeben/ als der Leib Werckzeuge hm/ als nuretwa Ihm zwey oder drey Seelen mitzuthei-len.

9z. Und weil demnach etliche klugepjülosoxki, als Irlelmomius, DolXus und an-dre unterschiedene Seelen/ und ihre Hauptsi-tze in denen Cörpern der Thiere zehlen/ oderwürcklichso viel Theile als Werckzeuge ttarui-ren/auch vielleicht daher die gemeine MeynunginderNatur-Kunst von den drey BauchenderThiere ihren Ursprung mag genommen haben/diese aber mit denen die eine Seele behaupten