Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
370
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Z7Q I.TH. 2. Abscht!. 2.Kap. Substantiv.

Art. Da nun der Sprechende bald nur eines, baldaber auch mehrere Individua aus der ganzen Gat-tung meinen konnte, so ward es bald nothwendig,. diesen gedoppelten Unterschied an den Substantivenselbst zu bezeichnen. C'6 geschiehet solches durch dieNumeros oder Zahle,;, deren wir im Deutschenzwey haben, den Singular oder die Einheit,wenn von einem, und den Plural oder die Mehr-heit, wenn von mehrern Dingen die Rede ist. An-dere Sprachen sind darin noch weiter gegangen, undhaben noch einen dritten Numerum, den Dualis,entweder für zwey Dinge überhaupt, oder für -solcheDinge eingeführet, welche in der Natur gemeinig-lich paarweise vorhanden zu seyn pflegen, z.B.manche Glieder an den menschlichen und thierischenKörpern.

Dessen §-157. Die Mehrheit wird an den DeutschenBildung. Substantiven auf verschiedene Art bezeichnet; ent-weder durch die Verwandlung der tiefern Hülfs-laute a, 0 und u in die nächsten höhern ä, ö und ü,welche Verwandelung wir mit einem von HerrnV.lopstocd' zuerst gebrauchten Kunstworte den Um-laut nennen wollen, der Datcr, die Väter, dieMutter, die Mürrer, die Tochter, die Töchter;oder durch Anhängung gewisser einfachen Wurzel-saute, das Bror, die Broce, der Geist, dieGeister, der Borhe, die Bothen., die Achsel,die Achseln; oder auch durch beyde Mittel zu-gleich, die Gruft, die Grüfte, der Gort, dieGötter^ das Haus, die Häuser. Sehr oft aberbezeichnete man den Unterschied der Mehrheit garnicht, und alsdann lauten der Singular und Plu-ral einander völlig gleich, der Aaiser, dieAai--ftr, der Barzen, die Barzen, das Geleije, dieGeleise.

Die