5. Von der Declination. §.214.215. 46z
che, welche die Verhältnisse an den Wörtern selbstauszudrucken pflegt, indem die Bezeichnung dieserVerhältnisse auf sehr dunkele Empfindungen in derKindheit der Sprache beruhet, welche bey weitererCultur wieder verloren gehen, daher uns nunmehrdas meiste in den Declinationen so willkührlich zuseyn scheinet. Wahr ist es indessen, daß die De-clination sehr vieler Wörter im Hochdeutschen ab-weichender und schwankender ist, als in den Mund-arten; allein dieses rühret größtentheils von den letz-tem selbst her. Die größte Verwirrung hat, wie ,auö dem vorigen erhellet, die Oberdeutsche Verbeis-fung der Ableitungssylbe en in dem Nominativ derEinheit verursacht, wodurch ihre bestimmte und ur-sprüngliche Declination verdunkelt worden, daherman sie im Hochdeutschen in den übrigen Endun-gen bald ohne alle Ableitungssylbe, nach der erstenDeclination, bald mit wieder hergestellter Ablei-tungssylbe, und zwar hier wiederum auf verschiede-ne Art, zu beugen pflegt. Da nun in den Decli-nationen überhaupt der Gebrauch in den meistenFallen der einige Richter ist, so kommt es denn auchhier bloß darauf an, welche Art der Declination bey.jedem Worte im Hochdeutschen die gewöhnlichste ist.
§. 215. In der iehre von dem Plural ist bereits Substantivgezeiget worden, daß nicht alle Substantive eines va Defecri-Plurals fähig sind, weil die Sache, welche sie be- v«.zeichnen, entweder nicht mehrmahl vorhanden ist,oder doch nicht in der Mehrheit gedacht werden kannoder soll. Andere haben den Mangel des Pluralsbloß dem unterlassenen Gebrauche zu danken, weildas selbständige Ding, welches sie bezeichnen, seltenin der Mehrheit vorkommt, oder doch selten alsmehrfach ausgedruckt wird. Das letzte gilt zum
Theil