Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
645
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Von dem Beyworte. §.315. zi6. 645

ret werden können. Erste Art: der jüngere Bru-der; der jüngste Bruder; dieser allerliebsteMensch; das größte Haus. Zweyte Art: einjüngerer Bruder; mein jüngster Bruder; allejüngeru (jüngere) Brüder; unser jüngererBruder; euer größtes Haus. Dritte Art: dassind größere Männer als ihr; größter HeldenRuhm.

Nur in Ansehung des Artikels, mit welchem diehöhern Grade gebraucht werden, findet sich einigerUnterschied. Der Positiv kann gleich oft mit dembestimmten oder unbestimmten Artikel gebrauchtwerden, nachdem der Verstand es erfordert. Alleinder Comparativ, welcher den höhern Grad sehr un-bestimmt bezeichnet, wird häufiger mit dem unbe-stimmten, als mit dem bestimmten Artikel ge-braucht. Überhaupc stehet er lieber unconeresciert,und als ein Adverbium, als wie concresciert, undals ein Adjectiv: der reichere Mann, besser derMann, welcher reicher ist; obgleich die höhereSchreibart um der Kürze willen gern die Concre-tion vorziehet: deine schönere Schwester. Der-Superlativ hingegen, welcher seiner Natur nachsehr bestimmt ist, verträgt nicht gern den unbe-stimmten Artikel, und eben so selten läßt er sich un-conereseiert gebrauchen.

H. zi6. Was oben bey der Declination der Ad- Fort-jective überhaupt von der Auswerfung des e gesagt setzung,worden, gilt auch hier, und zwar bey den gesteiger-ten Adjectiven noch mehr als bey ihren Positiven.Die Deutsche Sprache vermeidet gern die Dactylen,wenn sie eS ohne Härte und Dunkelheit kann. Dreytonlose Sylben hinter einander sind ihr noch anstößi-ger; da diese nun in der Declination der gesteiger-ten Adjective, besonders der abgeleiteten,sehr oft vor-'- Ss ? kom-