Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

124 !^ ^

Sie, mein liebster Klotz, sind ein ganz ande-rer Freund. Sie nehmen im schlimmsten Wetter einenUmweg aufHalberstadc, finden einen kranken Mann,und haben Geduld mit ihm, und haben Vergnügendaran.

Immer noch denke ich an diesen Tag mit Be-trübniß zurück! Warum blieben Sie doch nicht, nurnoch einen Tag? denn den andern Tag war ich ziem-lich wieder besser!

Und im Wirthshause mußte ich Sie wohnen las-sen So oft ich daran gedenke, so oft ärgere ichmich noch; sehr unweise werden Sie sagen, meinliebster Freund; und ich ärgere mich doch so lange,die Sie mich noch einmal in diesem Hahre besuchen.

Unser Jacobi hat mich schon wieder verlassen, ersoll der Herumstreicher heissen.

Endlich, mein liebster H-reund, die Ursache,warumich dieses so geschwind dahin schreibe, die ist, meinenAlexis bey Ihnen einzuführen; zwey Zeilen waren ge-nug gewesen zum Begleit, für so ein kleines unbc,crachtlichesDing! Indeß ist es von Ihrem GletM/und deswegen hoffe ich, werden Sie es nicht schlechtfinden. Sie aber sollen es dem Publico nicht sagen,daß es Ihren GletM zum Verfasser hat, ich hoffeverschiedene meiner Freunde damit anzuführen, diemich immer errathen wollen; so wie es mir neulichmit dem armen Lazarus gelungen ist. Ich bin, meinliebster Freund, mit wahrem Herzen, Ihr ?c.

G

Briefe