Mehrteiliges Werk 
Briefe Deutscher Gelehrten an den Herrn Geheimen Rath Klotz / Herausgegeben von J. J. A. v. Hagen, Lieut. des Königl. Preuß. Reg. von Anh. Bernburg
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Briefe

von dem Herrn Gleim.

Halberstadt den 5. Icnner 1766.

März des vorigen IahreS war ich zu Berlin ^ so krank, daß ich ansieng an meiner GenesungZu zweifeln; ich entwarf meinen lehten Willen, undvertheilte meine besten Bücher unter meine Freunde.Für Ew. Wohlgebohrnen bestimmte ich den PinischenHoraß! Zwar habe ich daß Vergnügen nicht, unserndeutschen Horah und Ariftarch persönlich zu kennen,dennoch weiß ich, daß ich Ihn zu meinen Freundenzahlen darf? Alle seine fürtrefflichen Schriften lese ichmit grossem Vergnügen, und war sein Lobredner schondamals zu Berlin , als man daselbst seinen Namennoch nicht wußte, wie sollte ich eS als nicht w,ssen?Jht, da ich von neuem krank bin, m^cilzz 6c nc>u»tebrium conors incumdir, aber noch lesen kann,iht ergötzen mich seine schönen Gesänge, und seineOxulcul--. In dreyen Oden erkenne ich den Freundvon meinem sel. Kleist! Unter den vielen großen Ver-diensten, die ich wahrnehme, ist dieses, daß er meinenKleist besinget, nicht das Geringste. Die Ddc allein,die sich ansangt: nc>5 amsmus, verdient den Lor-beer der Musen, und den Dank der Freundschaft.

G 4 Ew.