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Da Sie oft Uebersetzungen aus dem Französischenbesorgen, so wäre mir es lieb, wenn Sie mir eineauftrügen, dem Müßiggange vorzubeugen. Ichhabe die Sprache durch eine vieljahrige Uebung inder Gewalt, und die meisten Ucberseßungen in denBreßlauer Beytragen find von mir.
Mit Herr RiedelN geht es mir eben so; ich ha-be Jahre lang keinen Brief von ihm gesehen. Sei-,nc Streitigkeiten mit Leßitlg und Nikolai sind mirnicht gänzlich bekannt; ausser die Beurtheilung desLaokoons in der philosophischen Bibliothek. Ver-muthlich mögen sie in den Erfurter gelehrten Zei«tungcn stehen, die ich aber nicht gelesen habe, weilich hier keine Gesellschaft dazu finden kann; ich ha«be Mühe genug gehabt, die Hallischen Zeitungendurchzutreiben.
Herr 5^555 ^ trösten, daß er ehemalegrossen Zulauf hatte, und vielleicht so viel erworbenhat, daß er ruhig davon leben kann. Freylich hatdie Philosophie ißt einen andern Gang genommen,und wer zu lange in eine alte Form eingeklemmt ge>wesen, ist unfähig sich in eine neue zu bequemen.
Unsere Aerndtenferien erlaubten mir eine Reise indas berühmte Adersbachische Gebirge in Böhmen zuthun, welche« der Kaiser vor zwey Iahren selbst becsucht hat. Nie hat die Natur im Steinreiche so wasMajestätisches und Grosses herfürgebracht. Tausendhimmelansteigende Tolossen von nackten Sandfelsenin wunderbaren Gestalten; Figuren wie die höchstenThürme in Gestalt der Mönche, alter Weiber, umge-kehrter Zuckerhüte, Hangender pisanischer Thürme .
Todten^